Batteriemetalle: Wo geht die Elektro-Reise hin?

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Damit steigt der Bedarf nach Batterien – und entsprechend auch nach den Metallen, die darin verbaut werden. Wie Rohstoff-Anleger an diesem Trend teilhaben können. Ein Gastbeitrag von Thomas Benedix, Union Investment

Thomas Benedix, Union Investment: „In den nächsten Jahren dürfte sich die Batterienachfrage zugunsten von Kupfer und Nickel entwickeln.“

Auf dem Weg zum Massenmarkt: Während 2018 weltweit fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs waren, dürften es Ende 2019 bereits mehr als acht Millionen Fahrzeuge sein. Auch im Autoland Deutschland zeigt sich der Trend: 2018 wurden 44 Prozent mehr Elektroautos neu zugelassen als noch im Vorjahr. Tendenz steigend. Interessant: Die E-Auto-Verkäufe ziehen an, obwohl die Autoverkäufe insgesamt zurückgehen. Hieran hat auch die Politik ihren Anteil – in Europa, China oder den USA wird der Kauf eines E-Autos subventioniert.

Dies führt gepaart mit einem verstärkten Umweltgedanken dazu, dass der Elektroauto-Marktanteil nach aktuellen Schätzungen im Jahr 2025 bei etwa zehn Prozent liegen dürfte – heute fahren nur zwei Prozent aller Fahrzeuge elektrisch. Ob sich die E-Autos zum Massenmarkt entwickeln, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Neben dem Preis wird entscheidend sein, wie weit Verbraucher mit einer Aufladung fahren können und wie lange ein Ladevorgang dauert. Dabei hat die im Auto verbaute Batterie eine entscheidende Rolle. Bei einem Mittelklasse-Wagen macht sie den Großteil der Gesamtkosten aus. Kein Wunder, dass zuletzt VW angekündigt hat, zusammen mit dem schwedischen Startup Northvolt in die Batteriefertigung einsteigen zu wollen.

Herzstück des E-Autos: Die Batterie und ihre Metalle

Die Batterie und damit die in ihr verbauten Metalle wie Nickel, Lithium oder Kupfer sind also das Herzstück des E-Autos. Welche Batterietechnik und damit Metalle werden sich durchsetzen? Das ist auch eine relevante Frage für Anleger, denn sie können vom Batterie-Trend auch im Depot profitieren.

Derzeit kommen in den Elektroautos fast ausschließlich Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz. Aus gutem Grund: Sie sind klein, kompakt und leistungsstark. Aber hier muss man genauer hinschauen, gibt es doch verschiedene Varianten, die unterschiedliche Metalle benötigen. Die Kathode ist der entscheidende Bestandteil der Lithium-Ionen-Batterie, wenn es um Kosten, Langlebigkeit und Performance geht.

NMC-Kathoden sind derzeit am weitesten verbreitet. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Nickel, Mangan und Kobalt. Diese Kathoden-Art bietet einen guten Kompromiss aus Leistungsfähigkeit, hoher Energiedichte und Kosten. Dabei muss man zwischen verschiedenen Zusammensetzungen des Gemischs unterscheiden. Während im vergangenen Jahr NMC-Kathoden bestehend aus fünf Teilen Nickel, drei Teilen Mangan und zwei Teilen Kobalt – bekannt als NMC 532 – am meisten verbaut wurden, dürften in den kommenden Jahren Kathoden mit mehr Nickelgehalt auf dem Vormarsch sein. Diese Kathodenart ist als NMC 811 bekannt, darin sind also acht Teile Nickel verbaut. Im Jahr 2030 dürften nach Schätzungen von Bloomberg 61 Prozent aller Elektroautos diese Kathode in der Lithium-Ionen-Batterie enthalten – heute wird dieses Gemisch noch kaum genutzt.

Die Verschiebung weg von Kobalt hin zu mehr Nickel hat mehrere Gründe: Kobalt ist derzeit mehr als doppelt so teuer wie Nickel. Zudem führt ein höherer Nickelanteil zu einer höheren Energiedichte, also Leistungsfähigkeit der Batterie. Und viele Firmen wollen die Abhängigkeit von Kobalt, dessen Abbau teils unter fragwürdigen Bedingungen erfolgt, verringern. Die nickelreichere Variante dürfte also großen Zuspruch erfahren. Auch NCA-Kathoden, bestehend aus Nickel, Kobalt und Aluminium, werden in den nächsten Jahren verstärkt zum Einsatz kommen. Dagegen verschwindet Lithium-Eisen-Phosphat als Kathodenart in Lithium-Ionen-Batterien zunehmend, da es nicht so leistungsfähig ist.

Seite zwei: Nickel als großer Gewinner

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