21. Mai 2019, 12:29
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Europa wählt: Was das für Anleger bedeuten kann

Im eigentlichen Wahlkampf, wo er sich auch Wechselwählern als Präsident aller Amerikaner anbieten wird, muss Trump dann aber etwas Greifbares vorweisen. Europäer und Chinesen in Fragen des Handels zu Deals gezwungen zu haben, bei denen die USA scheinbar der große Gewinner sind, dürfte Trumps Idealvorstellung sein, mit der er nur allzu gern in die Wahlkampfveranstaltungen 2020 ziehen würde.

Die Gefahr ist nur, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Denn es ist durchaus möglich, dass die negativen Folgen etwa der 25Prozent-Zölle auf China-Importe von 200 Mrd. Dollar Bremsspuren in der US-Wirtschaft hinterlassen, bevor ein Abkommen greifbar ist und die Zölle wieder reduziert oder ganz abgebaut werden können. Und wenn die US-Konsumenten einmal gesehen haben, dass die protektionistische Agenda ihres Präsidenten sie richtig Geld kostet, könnte auch die Auseinandersetzung mit Europa schwieriger werden.

Was bedeutet das für Anleger?

Vor dem Hintergrund dieser Konstellation – Hoffnung auf China, Kaninchen vor Schlange Trump – wählt ein passives, von ständiger Beschäftigung mit sich selbst müdes Europa ein neues Parlament. Auch mit Blick auf die am Donnerstag dieser Woche beginnende und am Sonntag endende Wahl ist der Grundtenor nicht Aufbruch, sondern Verhindern des Schlimmsten. Der befürchtete Rechtsruck bleibt trotz des Skandals um Österreichs Regierungspartei FPÖ eine realistische Möglichkeit.

Allerdings dürfte sich der Wahlerfolg der Rechtspopulisten recht ungleich verteilen, mit Ergebnissen von deutlich über 30 Prozent für Italiens Lega versus deutlich schwächere 12 bis 14 Prozent für die deutsche AfD. Beklagenswert bleibt das erwartete und seltsam teilnahmslos zur Kenntnis genommene Abschmelzen der Mitteparteien. Da der neue Kommissionspräsident (bzw. die Präsidentin) höchstwahrscheinlich von einer der traditionellen Mitteparteien kommen wird, ergibt sich schon daraus eine Schwächung der demokratischen Legitimität der künftigen Kommission.

Beruhigend, dass die Finanzmärkte kaum auf das Wahlergebnis reagieren dürften. Allenfalls ein erdrutschartiger Sieg der Rechten würde vermutlich ausreichen, um eine sichtbare Marktreaktion hervorzurufen. Unser Dank dafür, dass dies am Wochenende ein Stückchen unwahrscheinlicher geworden ist, geht diesmal nach Österreich.

Foto: Blackrock

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