Gefährden steigende Zinsen die Renditen?

Es gibt ein Volatilitäts-Optimum. Auf der anderen Seite bedeutet zu viel Volatilität, dass die Unsicherheit sehr hoch ist. Beispielsweise durch das Risiko von Kriegen oder einer schweren Rezession. Unsicherheit kann zu sehr schlechten Anlageentscheidungen führen.

Meines Erachtens handelt es sich bei der derzeitigen Volatilität größtenteils lediglich um Marktrauschen, hervorgerufen durch die geldpolitische Wende in den USA und Europa.

Schaden höhere Zinsen der Wirtschaft?

Derzeit wird diskutiert, ob Zinserhöhungen der Wirtschaft schaden. Nach der Weltfinanzkrise vor zehn Jahren legten die globalen Notenbanken für einen langen Zeitraum sehr niedrige Zinsen fest. Mittlerweile normalisiert sich die Wirtschaft und die Notenbanken reduzieren ihre expansiven Maßnahmen.

Die US-Notenbank Fed weist dabei den Weg, da sie die Zinsen bereits wieder erhöht. Auch die Europäische Zentralbank beendet einige der außerordentlichen Maßnahmen, die sie nach der Krise eingeführt hat.

Geldpolitik wie Autofahren

Das ist wie mit dem Autofahren. Wird das Auto zu langsam, gibt man Gas (expansive Geldpolitik), aber wenn die Fahrtgeschwindigkeit wieder angemessen ist, nimmt man den Fuß etwas vom Gaspedal, um das Tempo zu halten (Normalisierung der Geldpolitik). Dies unterscheidet sich vom heftigen Abbremsen, um einem Hindernis auszuweichen.

Anleger sind gegenüber steigenden Zinsen generell misstrauisch. Ihrer Ansicht nach treten die Notenbanken auf die Bremse. Wenn es aber in Wirklichkeit die Zinsen nach einer Krise normalisiert werden, sollte dies zuversichtlich stimmen, dass das Wachstum nun wieder nachhaltiger ist als noch vor ein paar Jahren. Falls also die derzeit höheren Zinsen eine Rückkehr zur Normalität signalisieren, dann ist das positiv.

Colin Moore ist Global Chief Investment Officer bei Columbia Threadneedle 

Foto: Columbia Threadneedle

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