14. März 2019, 11:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Das nennt sich dann Disruption”

Welche Fehler können Unternehmen dabei machen?

Henseler: Erstens zu denken, dass es bei der Digitalisierung um Technologien geht und nicht der Nutzen der Technologien für den Menschen in den Mittelpunkt gestellt wird. Also das Lösen heutiger Probleme mittels innovativer Technologien für den Menschen.

Dieser Betrachtungsfehler freut vor allem Amazon, die als E-Commerce- und IT-Unternehmen das Thema  “Nutzerzentrierung” seit jeher als zentralen Wettbewerbsfaktor betrachtet haben. Aber auch Unternehmen wie Tesla, die aufgrund dieser falschen Wettbewerbswahrnehmung eigentlich erst zu ihrer wahren Größe gelangen können.

Natürlich spielt auch ein falsches Verständnis zum Thema “Umgang mit Daten” besonders für deutsche Unternehmen eine Rolle. Hier gibt es noch großen Aufholbedarf, wie aus Datenschutz intelligenter Datennutz wird.

Mit welchen Folgen?

Henseler: Wir sehen das erneut in der Finanzbranche, wo Newcomer und Start-Ups aufgrund ihrer verbesserten Usability den Etablierten auf einmal Wettbewerb machen können. Und die Regulierer, trotz Beschwerden der Etablierten, die neue Ausrichtung gutheißen, da sie zum Wohle der Nutzer ist. Das nennt sich dann “Disruption”, weil die Kunden den Nutzen des Neuen erkennen und in rasanter Geschwindigkeit die Anbieter wechseln.

Loyalität entsteht dabei durch die User Experience und Service-Exzellenz und nicht mehr durch 100 Jahre Tradition. Es ist die Gesamtheit der neuen Nutzungserlebnisse, die die Kunden-Excellence der Zukunft bestimmen wird. Das ist es, was Amazon groß macht und was Jeff Bezos unentwegt postuliert und scheinbar niemand wahrnehmen möchte.

Interview: Katharina Lamster

Foto: Holger Peters

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Frauen arbeiten vor der Rente immer länger

Die Dauer der gesetzlichen Rentenabsicherung vor dem Ruhestand ist bei Frauen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, wie neue Rentendaten zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

mehr ...

Immobilien

Das sollten private Vermieter beachten

Die meisten Wohnungen gehören in Deutschland Privatleuten. Sie vermieten meistens nur ein oder zwei Einheiten. Kleinvermieter nutzen die Immobilie häufig als Kapitalanlage oder als Finanzierungsbeitrag zum Bau des Eigenheims. Worauf es für private Vermieter ankommt.

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Recruiting: Warum die Story stimmen muss

Vielen jungen Absolventen und Berufseinsteigern gilt die Finanzdienstleistungsbranche zu sehr als “old men network”, sie zieht es zu den vermeintlich jungen und hippen Fintechs. Bei ihren Rekrutierungsbemühungen steht sich die Branche aber auch selbst im Weg.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...