Lebenszyklus: Kein Todesurteil für Vermögenswerte

Laut der Lebenszyklus-Theorie geht die Nachfrage nach Finanzanlagen aufgrund der demografischen Entwicklung zurück – ein Trugschluss, wie ein Realitäts-Check zeigt.

Gastbeitrag von Maxime Alimi, Axa Investment Managers

Der Theorie zufolge verschiebt sich die Nachfrage nach Vermögenswerten angesichts der alternden Bevölkerung.

Durch rasanten Fortschritt, insbesondere in der Medizin und dem Gesundheitswesen, nimmt die Lebenserwartung der Menschen stetig zu. Die Diskussion, welche Auswirkungen diese demografische Entwicklung künftig auf den Wert von Anlageklassen hat, ist schon länger im Gange.

Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht lassen sich die möglichen Folgen am besten mit der Lebenszyklus-Theorie analysieren.

Diese besagt, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens verschiedene Sparverhaltensweisen an den Tag legt: Jüngere Menschen tendieren dazu, Kredite aufzunehmen. Sie leihen sich Geld, um zum Beispiel ihre Bildung oder ihr Wohneigentum zu finanzieren.

Mit zunehmendem Alter sparen sie, zahlen ihre Schulden ab und häufen Vermögen für den Ruhestand an. Wenn die Menschen dann in Rente gehen, geben sie ihr Geld aus und nutzen ihr Vermögen zur Finanzierung ihrer Konsumbedürfnisse.

Je älter der Anleger, desto geringer der Aktienanteil

Laut dieser Theorie verschiebt sich angesichts der alternden Gesellschaft die Nachfrage nach Vermögenswerten (Assets): Erstens gehe die Nachfrage zurück, weil der Anteil der Sparer allmählich sinke.

Dies führe zu fallenden Assetpreisen. Zweitens gehe die Risikobereitschaft im Alter zurück, was wiederum die Nachfrage nach Aktien reduziere. Gemäß der Regel: Je älter der Anleger, desto weniger Aktienanteil im Portfolio.

So gilt allgemein die Empfehlung, sukzessive von volatilen Aktien in schwankungsärmere Anleihen umzuschichten, um das Anlagerisiko bis zum Ruhestand immer weiter herunterzufahren.

Seite zwei: „Asset-Meltdown-Hypothese“

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