3. Juni 2019, 14:40
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Nachhaltigkeit zählt: Marktwachstum um 45 Prozent

Die nachhaltigen Geldanlagen und Investments in Deutschland haben ihr starkes Wachstum der vergangenen Jahre 2018 fortsetzen können. Mit insgesamt 219,1 Milliarden Euro lag das Volumen Ende 2018 um mehr als 48 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert.

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Der Markt für nachhaltige Investments und Geldanlagen wächst deutlich.

 

Dies entspricht einem Zuwachs von 28,2 Prozent bei nachhaltigen Geldanlagen, die unter Berücksichtigung von strengen umweltbezogenen, sozialen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bezogenen Kriterien verwaltet werden. Nachhaltige Investmentfonds und Mandate wuchsen 2018 um 45 Prozent.

Berücksichtigt man zusätzlich die Vermögen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich per Ende 2018 eine Gesamtsumme von 1,53 Billionen Euro für verantwortliche Investments in Deutschland. Dies sind die Kernergebnisse des Marktberichts 2019, den das FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen in Berlin vorgestellt hat.

Nachhaltige Fonds und Mandate verzeichnen größtes Wachstum seit Beginn der FNG-Markterhebung 2005

Das im Rahmen von Investmentfonds und Mandaten nachhaltig verwaltete Vermögen legte 2018 so stark zu wie nie zuvor seit Veröffentlichung des ersten FNG-Marktberichts im Jahr 2005. Ende des Jahres lag es mit insgesamt 133,5 Milliarden Euro um mehr als 41 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert.

Dies entspricht einem Anstieg von rund 45 Prozent. Davon entfielen 88,8 Milliarden Euro auf nachhaltige Mandate (plus 43 Prozent) und 44,7 Milliarden Euro auf nachhaltige Investmentfonds (plus 49 Prozent).

Zuwächse verzeichneten auch die Kundeneinlagen der Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus, die um rund acht Prozent auf 38,6 Milliarden Euro stiegen. Berücksichtigt man zusätzlich die 49,9 Milliarden Euro, die von Banken im Rahmen der Eigenanlagen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwaltet werden, ergibt sich für die nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland ein Gesamtvolumen von 219,1 Milliarden Euro.

Auch die verantwortlichen Investments sind 2018 deutlich gewachsen. Zu ihnen zählen neben den nachhaltigen Geldanlagen solche Kapitalanlagen, für die auf Unternehmensebene Nachhaltigkeitskriterien definiert und auf alle Anlagen des Unternehmens, beispielweise eines Vermögensverwalters, angewendet werden. Ihr Volumen stieg im Berichtsjahr um mehr als 8 Prozent auf insgesamt rund 1,53 Billionen Euro.

Nutzung von Ausschlusskriterien weiterhin stark verbreitet

Bei den im Rahmen der Nachhaltigen Geldanlage eingesetzten Anlagestrategien sind Ausschlusskriterien am meisten verbreitet und werden mit weiteren Anlagestrategien kombiniert. Knapp 128 Milliarden Euro wurden unter Nutzung entsprechender Kriterien verwaltet. Bei den Unternehmen wurde dabei vor allem auf die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Achtung von Menschenrechten geachtet.

Die Berücksichtigung von Klimaaspekten gewinnt über alle Asset-Klassen hinweg stark an Bedeutung. So ist der Ausschluss von Unternehmen, die Kohle fördern oder verstromen, neu in den Top zehn.

Bei einem Vermögen von 72,8 Milliarden Euro wird Kohle ausgeschlossen; Kohle rangiert damit auf Platz fünf. Bei den Staaten steht der Ausschluss auf Basis der Verbreitung von Korruption an erster Stelle. Auf den weiteren Plätzen folgen die Einschränkung der Bürgerrechte in Diktaturen und die Nichtratifizierung von Umweltkonventionen.

 

Seite 2: Institutionelle Investoren sind maßgebliche Treiber

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    danke für den tollen und ausführlichen Artikel zu diesem Thema.
    Dürfte ich erfahren, aus welchen Quellen Sie die Zahlen und Informationenn bezogen haben?

    Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen.

    MfG

    Kommentar von Noah — 3. Juni 2019 @ 19:39

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