19. März 2020, 12:58
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Kursbewertungen sind fernab der Realität

Die Sicht von Käufern und Verkäufern mittelständischer Anleihen auf die Werthaltigkeit des gewährten Kredits könnte trotz der weiterhin vorhandenen Qualität ausgewählter mittelständischer Unternehmen zurzeit kaum unterschiedlicher sein als zu Zeiten der Subprime-Krise im Jahr 2008.

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Betrachten wir die Geld-/Briefkurse, also die An- und Verkaufskurse der Anleihen, genauer den Spread (die Preisspanne) zwischen den gebotenen Kursen von Käufern und Verkäufern, lässt sich feststellen, dass diese den realen Wert des zugrundeliegenden Kredits nicht mehr realistisch darstellen.

… aber woran liegt das? Weshalb bilden in solchen Krisen-Zeiten die Kurse die Realität nicht mehr nachvollziehbar ab?

Weiten sich die Spreads, liegt der Ursprung zunächst grundsätzlich in den unterschiedlichen Erwartungen der Marktteilnehmer zur zukünftigen Entwicklung des Unternehmens. Auf der einen Seite ist der Käufer, der zu einem bestimmten Kurs – also mit einer bestimmten Renditeerwartung – bereit ist, das Investment zu tätigen bzw. das Risiko einzugehen. Auf der anderen Seite ist der Verkäufer, der seinen Gewinn durch einen hohen Verkaufskurs maximieren möchte. Durch diese unterschiedlichen Erwartungen ist psychologisch eine kleine Differenz zwischen An-/ und Verkaufskurs normal.

Sinkt in Krisen-Zeiten die Informationsversorgung, so dass eine fundierte Meinungsbildung zu dem momentanen Wert der Anlage schwierig wird, steigt die Unsicherheit. In den Käuferkursen spiegeln sich plötzlich alle “theoretisch“ möglichen Risiken wider – welche in Form eines Risikoabschlages den Kaufkurs nach unten ziehen. Aktuell weiten sich die Spreads über alle Anlageklassen hinweg irrational stark aus, bis wieder eine vernünftige Risikobewertung bzw. Wertermittlung der Anlage möglich erscheint.

Zu Recht?

Sicher findet in einer solchen Situation auch eine gewisse Art “natürlicher“ Auslese statt. Die Vergangenheit – vor allem die Zeit nach der 2008er Krise – zeigt allerdings, dass ein Großteil der Anleihen in Sippenhaft mit ausfallgefährdeten Emittenten genommen wird. Die bonitätsstarken Emittenten werden in Krisenzeiten zu Unrecht mit einem ebenfalls teils extrem geringen Bewertungskurs bestraft. Diese Irrationalität im Markt wird daraufhin durch das Zögern und das Ausbleiben jeglicher Kauforders noch weiter befeuert.

Weil jede Krise auch ihre Chancen bietet, findet man diese bei aktiv gemanagten Fonds, die durch fundierte und qualitativ hochwertige Selektions- und Scoring-Verfahren überzeugen. Hier wird durch eine professionelle Analysesystematik die hohe Expertise der Analysten- und Managementteams genutzt, um diese vom Ausfall gefährdeten Anleihen bereits im Vorfeld zu identifizieren und „links liegen zu lassen“. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS hat diese Expertise bereits im Jahr 2016 unter Beweis stellen können, als mehrere größere Mittelstandsanleihen ausgefallen waren (in die der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS nicht investiert war) und nahezu alle Mittelstandsanleihen in Sippenhaft genommen wurden.

Das Ergebnis einer guten Analysetätigkeit zeigt sich besonders in einer Krise wie wir sie gerade erleben. Unser durch hochwertige Mittelstandsanleihen besetztes Portfolio bietet neben einem attraktiven Zinskupon auch ein enormes Aufhol-Potenzial zurück zu realistischen Kursniveaus. Nach heutiger Analyse beträgt dieses Aufhol-Potential auf Basis der Rückzahlungskurse (in der Regel bei mindestens 100%) für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS 22,76% (Bewertungsdatum 17.03.2020). Das KFM-Scoring zielt bereits vor einem Investment darauf ab zu analysieren, ob die geplanten Zins- und Tilgungszahlen bis zum Ende der Laufzeit bedient werden können. Darüber hinaus werden Kupons auch in volatilen Zeiten gezahlt und bieten so einen wichtigen mittel- bis langfristigen Puffer gegen Kursverluste.

Sobald die Märkte wieder rational auf Informationen reagieren, wird auch an den Börsen wieder Normalität einkehren. Dann werden auch die Spreads wieder die Realität in Bezug auf die Bonität der einzelnen Emittenten widerspiegeln.

Foto: Shutterstock

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