BaFin: Weitere Warnungen vor Krypto-Plattformen

Auch kurz vor und nach dem Jahreswechsel warnt die Finanzaufsicht BaFin vor mehreren Handelsplattformen, die nicht über die erforderliche Erlaubnis in Deutschland verfügen und teilweise mit nicht vorhandenen Lizenzen werben. Es ist erneut der Blick in einen ziemlich tiefen Sumpf.

So veröffentlichte die BaFin am 3. Januar eine Warnung vor der Plattform kryptod.com. Demnach ermittelt die BaFin gegen die Kryptod (Europe) Ltd., Kryptod LL.C und Krypto Holding Ltd. Die Behörde stellt klar, dass keines der drei Unternehmen aus London, Vereinigtes Königreich, eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) zum Betreiben von Bankgeschäften oder Erbringen von Finanzdienstleistungen hat.

Trotzdem werben diese Unternehmen auf kryptod.com für fixe Spreads und Differenzkontrakte (CFDs), so die BaFin. Die Unternehmen würden nicht von der BaFin beaufsichtigt. „Die auf der Website kryptod.com veröffentlichte Behauptung einer Lizenz der FCA lässt sich nicht bestätigen“, stellt sie zudem klar. Die Inhalte auf der Website kryptod.com sowie Informationen und Unterlagen, die der BaFin vorliegen, rechtfertigen die Annahme, dass über die Plattform unerlaubt Bankgeschäfte beziehungsweise Finanzdienstleistungen in Deutschland angeboten werden, so die Warnung.

Die Website kommt teilweise auf deutsch, teilweise auf englisch daher. Wie üblich macht sie nach dem ersten Anschein einen professionellen Eindruck. Skurril: Die Plattform bewirbt sich mit der Unterzeile „Better Swiss than sorry“ und die mobile Version mit „The Swiss Krypto App“ sowie „Durch Schweizer Bank geschützt“, obwohl ein Bezug zur Schweiz ansonsten überhaupt nicht ersichtlich ist.

Weitere Warnungen rund um Weihnachten

„Zwischen den Jahren“ sowie kurz vor Weihnachten hat die Behörde zudem vor weiteren Plattformen gewarnt beziehungsweise – unter anderem wegen des Verdachts unerlaubter Geschäfte – Ermittlungen gegen die Betreiber der Websites angekündigt. Die Fälle beziehen sich überwiegend, aber nicht nur, auf Krypto-Geschäfte:

  • rxkcapital.com / RXK Management Ltd., kein Sitz angegeben (30. Dezember)
  • redfinance.capital / Shenanigans Consulting LTD, St. Vincent und die Grenadinen (30. Dezember 2022)
  • bitminenetwork.com / Bitminenetwork PLC, London (29. Dezember)
  • fintegral.com / Ethereal Group LLC, St. Vincent und die Grenadinen (27. Dezember)
  • spar-allianz.de / SparAllianz AG, München (23. Dezember)
  • sparkassa.org / „Sparkassa“ (23. Dezember)
  • icici.com / Icici, Hanau (23. Dezember)
  • tyu-trade.com / Universe Trading LLC (Trust Your Universe) (22. Dezember)

Wohl nicht nur versehentliche Gesetzesverstöße

Bezüglich der Betreiber der Website refinance.capital hatte die BaFin die Öffentlichkeit schon im August und November 2022 über die Aufnahme bankaufsichtlicher Ermittlungen gegen die Shenanigans Consulting LTD, St. Vincent und die Grenadinen, Betreiberin der Handelsplattformen altimatrade.co und altimatrade.pro sowie stamcapitalinvest.ltd, informiert, berichtet sie. „Wie der BaFin zwischenzeitlich bekannt geworden ist, ist das Unternehmen ebenfalls verantwortlich für die Plattform redfinance.capital“, so die Behörde. Nun dehnt sie die Ermittlungen gegen Shenanigans Consulting erneut aus.

Auch bei der Website bitminenetwork.com scheint es sich nicht nur um eine versehentliche mutmaßliche Missachtung deutscher Aufsichtsgesetze zu handeln. Jedenfalls betont die BaFin: „Das auf der Website der Gesellschaft veröffentlichte Zertifikat über die Eintragung der Bitminenetwork PLC im britischen Handelsregister (Companies House) lässt sich dort nicht bestätigen.“

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Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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