Palladiumpreis auf Rekordhoch

Die Palladiumpreise gehen durch die Decke. Die Nachfrage nach Safe Haven Assets in Verbindung mit den Prognosen eines sich ausweitenden Angebotsdefizits unterstützt die rekordverdächtige Rallye. Aneeka Gupta, Associate Director of Research beim auf ETPs spezialisierten US-Vermögensverwalter Wisdom Tree, erklärt, warum die Rally anhalten dürfte.

Aneeka Gupta, Wisdom Tree

Die Nachfrageprognose für Palladium (fast 80 Prozent) ist eng mit dem Automobilmarkt verknüpft, denn das Edelmetall wird in großem Umfang in Katalysatoren benzinbetriebener Fahrzeuge verwendet. Die Automobilverkäufe in China gingen im Januar 20201 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zurück. Strengere Emissionsnormen, insbesondere im von benzinbetriebenen Fahrzeugen dominierten China, dürften die jüngste Schwäche im Automobilabsatz ausgleichen.

Das Schwestermetall Platin, das in Autokatalysatoren dieselbetriebener Fahrzeuge eingesetzt wird, lief der Preisrallye hinterher und stieg 2020 lediglich um 3,872 Prozent, Palladium dagegen um 39,3 Prozent. Noch nie war der Preisunterschied mit 1.700 US-Dollar pro Unze zwischen Palladium und Platin derart groß. Dies sei laut Chemiekonzern Johnson Matthey vor allem auf die Prognosen zurückzuführen, wonach das Defizit bei Palladium im Vergleich zu Platin in diesem Jahr größer als erwartet sein werde. Im Vergleich zu Platin ist der Palladiummarkt sehr klein und illiquide, selbst einige wenige Großaufträge können eine erhebliche Preisbewegung nach sich ziehen.

Der Blick in die Zukunft zeigt eine stark abfallende Forwardkurve, die Anleger erwarten offenbar eine gewisse Entspannung der Situation. Bisher erfolgte bei den Katalysatoren trotz des großen Preisgefälles lediglich eine gedämpfte Substitution von Palladium durch Platin.

Foto: Shutterstock

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