Wie wird sich die Energiewende auf unser Zuhause auswirken?

Häuser an einem Wasserlauf, deren Dächer Solarplatten tragen
Foto: Shutterstock

Um die Null-Emissionen-Ziele zu erreichen, müssen wir unsere Energiequellen und unseren -verbrauch ändern.

Die Gebäude, in denen wir leben, und die Energie, die diese verbrauchen, spielen eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung. Von der Nutzung erneuerbarer Energien, wie der Solarenergie, bis hin zu den neuesten Technologien, wie Wärmepumpen und intelligenten Zählern, müssen die Häuser der nächsten Jahrzehnte „netto null“ werden. Dies ist sowohl aus ökologischen Gründen wichtig, um die globale Erwärmung unter 2 Grad zu halten, als auch aus sozialen Gründen infolge der schwankenden Öl- und Gaspreise.

Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat die Europäische Kommission die Initiative „REPowerEU“ ins Leben gerufen. Neben vielen dringenden Forderungen, die Abhängigkeit Europas von russischen fossilen Brennstoffen zu verringern, fordert die Initiative die Haushalte auf, mehr Solarzellen auf den Dächern, Wärmepumpen und Energieeinsparungen zu nutzen.

Gebäude sind mit einem Anteil von 40 % am Gesamtenergieverbrauch nach wie vor die größten Energieverbraucher in Europa und stoßen 36 % der Treibhausgase aus, da die meisten von ihnen immer noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, so die Europäische Kommission.

Zusammengenommen sind Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung für 80 % des Energieverbrauchs von Haushalten verantwortlich. Deshalb ist eines der Ziele des europäischen Green Deal, dass bis 2050 alle bestehenden Gebäude in Europa, die derzeit nicht energieeffizient sind, klimaneutral werden müssen.

Im Dezember letzten Jahres erklärte die Europäische Kommission, dass sie dieses Zieldatum vorverlegen will, und fordert, dass alle neuen Gebäude bis 2030 emissionsfrei sein sollen. Dazu werden verschiedene Anreize geboten und neue Normen für die Energieeffizienz vorgeschrieben. Gleichzeitig werden die Länder finanziell davon abgehalten, Gaskessel in Gebäuden einzusetzen. Sie haben auch die Möglichkeit, die Verwendung fossiler Brennstoffe ganz zu verbieten.
Bei älteren Gebäuden ist die Nachrüstung keine leichte Aufgabe, aber sie ist unerlässlich, um diese Ziele zu erreichen. So verfügen beispielsweise weniger als 2 % der britischen Haushalte über irgendeine Form von kohlenstoffarmer Heizung, doch bis 2050 will die Regierung landesweit über 19 Millionen Wärmepumpen installieren.

„Die Dekarbonisierung von Häusern ist eine sehr wichtige Aufgabe bei der Energiewende. Regierungen auf der ganzen Welt haben damit begonnen, einige bedeutende Änderungen vorzunehmen, damit unsere Häuser „netto null“ werden. Was das Heizen betrifft, so müssen viele neue Häuser in Großbritannien und Kontinentaleuropa bis 2030 ihre Gaskessel gegen elektrische Wärmepumpen tauschen.

„Das Nachrüsten bestehender Häuser ist viel schwieriger, da die meisten Häuser immer noch mit Gaskesseln ausgestattet sind. Grüner Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, befindet sich noch in der Versuchsphase, ist aber eine mögliche Lösung: Solarenergie kann Wasserstoff erzeugen, der dann gespeichert und wieder in Strom umgewandelt werden kann. Ein Haus im Jahr 2030 kann völlig unabhängig von traditionellen Brennstoffen sein und damit nicht nur der Umwelt, sondern auch den Haushaltsrechnungen zugutekommen“ so Alexander Monk, Portfoliomanager, Global Resource Equities bei Schroders.

Die nachstehende Infografik zeigt, welche Rolle ein „Netto-Null-Haus“ bei der Energiewende spielt und welche Chancen sich daraus für Investoren ergeben.

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Autorin Valentina Romeo ist Investment Writer.

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