Vor allem deutsche Investoren erkennen Diversifizierungskraft von Gold

Praegung auf Goldbarren
Foto: Shutterstock

Das neue Rekordhoch des Goldpreises im April führte dazu, dass deutsche Investoren ihre Nachfrage nach dem Edelmetall gegenüber einem 9-Monats-Hoch drosselten. Im Vergleich zu anderen Ländern führen deutsche Investoren jedoch weiterhin die Nachfrage nach dem gelben Metall an. Das zeigen die neuesten Daten der weltweit größten Edelmetallbörse BullionVault.

Während der starke US-Dollar den Goldpreis für amerikanische Investoren im Vergleich zum Monatsdurchschnitt des März um 0,7 Prozent auf 1934 US-Dollar pro Unze sinken ließ, stieg der Goldpreis in Euro gerechnet um 1,2 Prozent und erreichte mit 1790 Euro den zweiten neuen Monatsrekord in Folge.

Die Zahl der in Deutschland ansässigen Personen, die ihre Goldbestände in Tresoren anlegten oder aufstockten, ging im Vergleich zum März um 22,3 Prozent zurück. Die Zahl der Deutschen, die sich für einen Verkauf entschieden, sank mit 50,9 Prozent mehr als doppelt so schnell. Dies führte dazu, dass der deutsche Gold-Investor-Index – ein einzigartiges Maß für das private Investitionsverhalten in physische Goldbarren – um 0,6 Punkte auf 57,6 Punkte sank. Das Interesse anderer westlicher Investoren an Gold stieg um 0,4 Punkte auf ein 4-Monats-Hoch von 53,7, blieb jedoch weiterhin hinter dem Interesse deutscher Investoren zurück.

Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault, kommentiert wie folgt: „Steigende Zinssätze sind natürlich ein Gegenwind für den Goldpreis, da das Edelmetall keine Erträge abwirft. Aber die Stärke des Dollars im Vorfeld der für diese Woche erwarteten Zinserhöhung um einen halben Prozentpunkt durch die US-Notenbank verdeckt die Widerstandsfähigkeit des Goldes. Während die europäischen Aktienmärkte in diesem Jahr bisher 10 Prozent verloren haben, hat Gold in Euro gerechnet 10 Prozent zugelegt.

Die Abwertung treibt die Anleger weiterhin dazu, mit Gold zu diversifizieren, da die Inflation auf Währungen, Anleihen und Aktien drückt. Selbst wenn die EZB nun endlich über ein Ende der Niedrigzinsen diskutiert, während die US-Notenbank die Dollar-Zinsen aggressiver anhebt, hinken die Zentralbanken überall so weit hinter der Inflation hinterher, dass die realen Renditen von Bargeld und Anleihen noch stärker negativ sind als in den 1970er Jahren. Das steigert die Nachfrage nach Gold als seltenem, greifbarem Wertaufbewahrungsmittel.“

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