Großbritannien auf dem Weg zum neuen „Rekordzins“

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Den jüngsten Zinsschritt der Bank of England kommentiert Jamie Niven, Senior Fund Manager bei Candriam.

Zwar beschloss der MPC den Zinsschritt einstimmig, jedoch herrschte – erneut – Uneinigkeit über das Ausmaß der erforderlichen Anhebung. Die Meinungen im Ausschuss waren zwischen einer Erhöhung um 25, 50 oder 75 Basispunkte geteilt, und auch die Ökonomen (die 50 Basispunkte erwarteten) und der Markt (der eher mit 75 Basispunkten rechnete) waren sich uneins. Nur eines ist bei der Politik der britischen Zentralbank klar: Niemand kennt den richtigen Ansatz. 

Und was erwartet uns in der nahen Zukunft noch? Aktuell gehen viele Zentralbanken gerade recht aggressiv vor – das gibt ihnen Spielraum, bei den nächsten Sitzungen wieder ein wenig auf die Bremse treten. 

Jamie Niven, Candriam

Im Vereinigten Königreich hingegen preist der Markt immer noch fast 150 Basispunkte an Zinserhöhungen für die letzten beiden MPC-Sitzungen des Jahres ein, was uns recht viel erscheint. Schließlich war heute auch nicht der gesamte Ausschuss mit einer Erhöhung um 75 Basispunkte einverstanden.

Auf der November-Sitzung wird eine umfassende Bewertung der Haushaltspläne der neuen Premierministerin erfolgen. Allerdings verbleiben noch sechs Wochen, in denen sich das Wachstumsumfeld weiter verschlechtern und sich die ersten Zinsschritte auf die Verbraucher auswirken können, insbesondere über den Wohnungsmarkt.

Dies gilt umso mehr für die weiteren 125 Basispunkte, die für nächstes Jahr eingepreist sind, sowie den Ziel-Zinssatz von 5 Prozent – derzeit der höchste unter den G10-Staaten.

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