17. November 2009, 15:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

USA: Niedrige Zinsen und moderates Wachstum

Die US-Notenbank Fed wird ihre Politik niedriger Zinsen auf absehbare Zeit beibehalten. Das sagte der oberste US-Notenbanker Ben Bernanke gestern im Economic Club in New York. Jedoch beobachte die Fed die Währungsmärkte und werde bei sich ändernden ökonomischen Vorzeichen auch ihre Zinspolitik anpassen, so Bernanke. Für 2010 erwartet er ein moderates Wirtschaftswachstum.

United-states-127x150 in USA: Niedrige Zinsen und moderates Wachstum

Zwar seien die wirtschaftlichen Bedingungen besser als noch vor einem Jahr. Indes gebe es weiterhin große Herausforderungen, so der Zentralbank-Chef. Konkret sprach er die eingeschränkte Kreditvergabe und den schwachen Arbeitsmarkt an. Privathaushalte und kleine Unternehmen kämen nur schwer an Kredite, da sich die Vergabe der Banken in diesem Jahr stark eingeschränkt habe. Viele Unternehmen sehen ihre Kreditlinien reduziert oder gestrichen, so Bernanke. Indes nehme die Geschwindigkeit dieser Negativentwicklung ab. Zudem räumte er ein, dass auch die Nachfrage nach Darlehen gesunken sei.

Neben der Kreditvergabe bereitet auch der Arbeitsmarkt Sorgen. Seit Dezember 2007 habe die US-Wirtschaft rund acht Millionen Jobs im Privatsektor verloren und die Arbeitslosenrate sei von weniger als fünf auf mehr als zehn Prozent gestiegen, so Bernanke. Dies seien die größten rezessiven Einbrüche der Nachkriegszeit. Nicht zuletzt aus diesem Grund bestehe keine Inflationsgefahr.

„Die Arbeitslosigkeit wird ihren Höchststand in den USA wohl im ersten Quartal 2010 erreichen. Daher wäre es verfrüht, die Phase niedriger Zinsen jetzt zu beenden“, sagte Volker Dosch, Fondsmanager des DWS US Aktien Typ 0 gegenüber cash-online. Seiner Ansicht nach stellen die Inflationserwartungen ein größeres Problem für die US-Notenbank dar. „Steigen die Erwartungen, könnte sich die Fed gezwungen sehen, die Zinsen zu erhöhen, um ihre Glaubwürdigkeit zu wahren“, so Dosch.

Mit anhaltend niedrigen US-Zinsen steigt das Geschäft mit den sogenannten Carry Trades. Anleger verschulden sich in US-Dollar und legen das Geld in Ländern mit höheren Zinsen an. „Davon profitieren in erster Linie die Emerging Markets“, so Dosch. Seiner Einschätzung nach wird dieses Geschäft so lange anhalten, wie Marktteilnehmer von niedrigen US-Zinsen überzeugt sind.

Wie attraktiv das Geschäft mit den Währungen sein kann, zeigt beispielsweise der Blick auf Brasilien. Dort liegen die Leitzinsen derzeit bei 8,75 Prozent, in den USA hingegen bei maximal 0,25 Prozent. Hinzu kommt: Die ersten Notenbanken beginnen bereits, ihre Zinsen wieder zu erhöhen. So geschehen jüngst in Norwegen (um 0,25 Punkte auf 1,5 Prozent) und Australien (ebenfalls um 0,25 Punkte auf 3,5 Prozent).

„Steigt das Volumen von Carry Trades erhöht das den Druck auf den US-Dollar“, so Dosch. Nicht zuletzt aus diesem Grund sieht er den Dollar daher in der Tendenz schwächer. Ein schwächerer Dollar wiederum würde gleichzeitig die amerikanische Exportwirtschaft stärken. (mo)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Günstiger Schutz ab dem 10. Lebensjahr – Allianz präsentiert Schüler-BU

Die Allianz Lebensversicherung komplettiert ihr BU-Portfolio und hat eine BU-Versicherung für Schüler vorgestellt. Schüler können bereits ab dem zehnten Lebensjahr einen BU-Schutz erhalten. Zudem lässt sich der Vorsorge-Schutz in späteren Jahren flexibel auf das Berufsleben anpassen.

mehr ...

Immobilien

Maklerkosten: ZIA fordert deklaratorische Maklerklausel

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt den aktuellen Gesetzentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser. Gleichzeizig kritisiert er jedoch ein entscheidendes Detail.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Rekord bei ETF in Europa

Lyxor ETF Research veröffentlicht heute seinen Bericht “Money Monitor 2019”, eine eingehende Analyse der Zuflüsse in ETFs von Anbietern mit Sitz in Europa. Der Bericht berücksichtigt erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds. Die neue Publikation basiert auf der Untersuchung von 47.000 Fonds und ETFs und bietet damit einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends und Treiber in der europäischen Vermögensverwaltungsbranche.

mehr ...

Berater

Erbrecht: Fünf Irrtümer und wie Sie diese vermeiden

Rund um den Tod und das Erbe treten Fragen auf. Dazu gehören vermeintliche Sätze wie etwa: „Für die Beerdigung meines Vaters zahle ich keinen Cent“ oder „Meine enterbten Kinder bekommen nichts vom Nachlass“. Aufgrund dieser Irrtümer schließen viele Menschen gar keinen Erbvertrag ab und lassen die Planung nach dem eigenen Tod außen vor. Wie man besser vorgehen sollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT baut Geschäft mit Privatanlegern aus

Die BVT Unternehmensgruppe, München, konnte im vergangenen Jahr bei professionellen, semiprofessionellen und Privatanlegern insgesamt 146 Millionen Euro Eigenkapital platzieren. Einen Schwerpunkt bildete die Anlageklasse US-Immobilien, in der 2019 erstmals seit 10 Jahren auch wieder eine Beteiligungsmöglichkeit für Privatanleger angeboten wurde.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Muss geschenktes Geld zurückgezahlt werden?

In den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wohntraum vieler, den sich dank historisch niedriger Zinsen auch etliche Menschen in Deutschland erfüllen können. Trotz der guten Zinslage gibt es aber eine Hürde, die besonders junge Immobilienkäufer nur mit der Unterstützung ihrer Eltern überwinden können: das benötigte Eigenkapital. Doch was geschieht, wenn Eltern dem eigenen Kind und dessen Partner Geld für den Immobilienkauf schenken, sich das Paar aber später trennt? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Philipp Takjas, McMakler.

mehr ...