Hitliste der Finanzvertriebe: DVAG verteidigt Spitzenplatz

Im vergangenen Jahr lief der Umsatz mit Finanzprodukten schleppend. Wer seine Stellung im Markt behaupten konnte, sehen Sie in der Cash.-Hitliste der Finanzvertriebe. Zudem zeigen wir, welche Herausforderungen die Branche im Kampf um Erlöse erwarten.

hitliste

Text: Katja Schuld

Seit mehr als 20 Jahren versorgt Cash. die Branche alljährlich mit der Hitliste der Finanzvertriebe. Seit 2010 basiert das Ranking ausschließlich auf testierten Provisionserlösen, um eine noch höhere Belastbarkeit der Daten zu gewährleisten. Im schwierigen Marktumfeld der Finanz- und Wirtschaftskrise machten 2009 kaum Vertriebe große Umsatzsprünge. Die Top 5 im Ranking blieben unverändert. Allerdings fuhren die Bestplatzierten – Deutsche Vermögensberatung (DVAG), AWD und MLP gefolgt von der Postbank Finanzberatung und OVB – allesamt ein mehr oder minder dickes Minus ein.

Erst auf Rang 6 folgt mit Infinus ein Unternehmen, dass dem Negativtrend trotzte. Um beinahe 20 Prozent legten die Provisionserlöse der Dresdner zu. Auch die Telis Finanz, Nummer 7 der Hitliste, schaffte es trotz Krisen-Umfeld, sich um rund sieben Prozent zu steigern.

Hier geht es zu den detaillierten Ergebnissen

Doch welche Trends verbergen sich hinter den nackten Zahlen? Demografie, Vertrauen, Regulierung – das sind nur drei der Herausforderungen, denen die Finanzbranche hier und jetzt, aber auch künftig gegenübersteht. Häufig vergessen im Trubel um mehr Umsätze und Gewinnsteigerungen, müssen sich Finanzdienstleister auch mit Themen auseinandersetzen, von denen einige nicht unmittelbar eine Auswirkung auf das Geschäftsergebnis haben – zumindest nicht auf den ersten Blick.

So ist die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen und damit möglicher Kunden  beeinflusst von drei demografischen Prozessen: den Geburten, den Sterbefällen sowie den Zu- und Abwanderungen. Seit dem in den 1970er-Jahren einsetzenden Geburtenrückgang ist die Zahl der Sterbefälle höher als die der Geburten.

Trotzdem wuchs die Einwohnerzahl zunächst bis 2002 weiter an. Grund war der hohe Zuwanderungsüberschuss. Seit 2003 kann der rückläufige Zuwanderungsgewinn die Sterbefälle nicht mehr kompensieren. Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung in Deutschland zurückgeht. Bei der Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung wird die Einwohnerzahl nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von circa 82 Millionen (Stand: Ende  2008) auf etwa 70 bis 65 Millionen im Jahr 2060 abnehmen.

Herausforderungen in der FinanzberatungDas heißt für die Finanzdienstleisterbranche, die Zahl der potenziellen Kunden wird abnehmen und den Wettbewerb um sie weiter verschärfen. Neben den sinkenden Bevölkerungszahlen ist jedoch ein weiterer Prozess von Bedeutung: Jeder kennt die Alterstrukurpyramide, die schon lange nichts mehr mit der Form einer Pyramide zu tun hat. Verursacht von niedrigen Kinderzahlen und einer weiter steigenden Lebensdauer verändert sich der Altersaufbau der Bevölkerung.

Der Generationenvertrag, der mit unseren sozialen Sicherungssystemen unmittelbar verbunden ist, ist gefährdet. Das heißt, immer weniger Erwerbstätige zahlen in die Rentenkassen ein, während die Zahl derer, die Leistungen aus dem Rententopf bekommen, steigt. Ergo: Die Rente reicht nicht, vor allem nicht für diejenigen, die erst in einigen Jahren aus dem Erwerbsleben aussteigen.

Lesen Sie auf Seite 2, wie Kundenvertrauen zurückgewonnen werden kann

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