Anzeige
24. November 2015, 07:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Cryan: Viele Banker bekommen zu viel Geld

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat die Bonusmentalität in seiner Branche kritisiert. “Ich denke, dass die Leute in Banken zu viel Geld bekommen. Viele in der Branche meinen immer noch, sie sollten wie Unternehmer bezahlt werden”, sagte Cryan am Montag bei einer Konferenz an der Frankfurter Universität.

John-cryan in Cryan: Viele Banker bekommen zu viel Geld

John Cryan hat die Bonusmentalität in seiner Branche kritisiert.

Das sei aber auch ein Fehler des Managements: “Wir können einen sehr viel besseren Job dabei machen, den Leuten zu sagen, was wir von ihnen wollen. Da sind oft die falschen Botschaften ausgesendet worden.” Daher hätten viele Banker vor allem danach gestrebt, möglichst hohe Erträge zu erwirtschaften – von denen wiederum ihre Boni abhingen.

Cryan: Boni erzeugen keine Motivation

Er habe noch nie verstanden, wieso Prämien für die Motivation wichtig seien: “Ich würde nicht einen Tag härter arbeiten, nur weil ich einen Bonus bekomme.” Die Art der Bezahlung müsse neu justiert werden, mahnte Cryan, der seit Juli als Co-Chef an der Spitze der Deutschen Bank steht und den Dax-Konzern seither umkrempelt.

Auch die Bankaufseher der Europäische Zentralbank (EZB) wollen sich künftig stärker die Bonussysteme der Kreditinstitute ansehen, um neue Skandale in den Häuser zu verhindern. “Finanzielle und nicht-finanzielle Anreize spielen bei Fehlverhalten eine entscheidende Rolle”, erklärte die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Daniele Nouy. Dabei sollten auch die möglichen Kosten von Fehlverhalten im Aufsichtsprozess eine stärkere Rolle spielen – etwa in den nächsten von den Banken gefürchteten Stresstests.

Bei der Deutschen Bank will Cryan, der Deutschlands größtes Geldhaus künftig alleine führen soll, die Mitarbeiter stärker in Entscheidungen einbinden. Bei seinem Amtsantritt sei ihm die Diskrepanz zwischen den Botschaften der Konzernführung und dem Befinden der Mitarbeiter aufgefallen. Er habe das Gefühl gehabt, dass teilweise mit allen Beteiligten gesprochen worden sei – außer mit den Beschäftigten. “Ich mochte die Art nicht, wie Leute in der Bank Informationen aus zweiter oder dritter Hand bekamen. Wir brauchen da mehr Transparenz”, sagte Cryan. Wenn eine Bank Wert für eine Gesellschaft schaffen wolle, müsse sie sich zuerst intern richtig aufstellen.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Picture Alliance

1 Kommentar

  1. Das Kernproblem ist doch ist doch, dass für ein Betrugsmodell gezahlt wird:
    Es ist doch pervers, dass Banken aus dem Nichts Geld schöpfen, die Finanzwelt so spekulativ riesige Gewinne macht, ihre Macht die Demokratie aushebelt, die Realwirtschaft und die hart arbeitenden Bürger schlussendlich die rasante Verschuldung tragen müssen.

    Kommentar von H. Braun — 24. November 2015 @ 07:52

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trendprodukt Fondspolicen – Aktien Europa – Zweitmarkt 2018 – Andrang auf Zinshäuser 

Ab dem 25. Januar im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

“Mehr Zutrauen in die Altersvorsorge”

Das Vertrauen der Deutschen in ihre Altersvorsorge ist 2017 gegenüber dem Vorjahr wieder erkennbar gestiegen. Das zeigt der “Deutschland-Trend Vorsorge” des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), der einmal jährlich die Stimmung unter den Bürgern und ihre Vorsorgebereitschaft ermittelt.

mehr ...

Immobilien

Zahl der Baugenehmigungen stark gesunken

Trotz der starken Nachfrage nach Immobilien sinkt die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland weiter. Nach Einschätzung der Förderbank KfW hat sich jedoch ein Überhang an Zusagen aufgebaut.

mehr ...

Investmentfonds

Ein Drittel der Deutschen sorgt nicht vor

Jeder Dritte Deutsche sorgt nicht für sein Alter vor. Das ist ein Ergebnis des Fidelity Verantwortungsbarometer Deutschland 2018, einer Umfrage, die von Kantar Emnid durchgeführt wurde. Die Teilnehmer wurden auch gefragt, wie gut sie im Alter abgesichert sind und wie sie vorsorgen.

mehr ...

Berater

Vertriebsrecht: Was sich 2018 für Verkäufer ändert

Für Vertriebsmitarbeiter bedeutet der Jahresneuanfang durch angehäufte Arbeit und neue Aufgaben oft Stress. Sich dann noch über die aktuelle Rechtslage zu informieren kann da schnell schwierig werden. Hier die wichtigsten Gesetzesänderungen im Überblick.

Gastbeitrag von Oliver Kerner, OK-Training

mehr ...

Sachwertanlagen

Emirates hält Airbus A380 am Leben

Das drohende Aus für den Airbus A380 scheint abgewendet. Die arabische Fluggesellschaft Emirates will bei dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern bis zu 36 weitere Exemplare des weltgrößten Passagierjets ordern.

mehr ...

Recht

BFH-Urteil: Kosten für Dauertestamentsvollstreckung

Ob bei minderjährigen oder unerfahrenen Erben oder für die Fortführung eines Unternehmens: eine Dauertestamentsvollstreckung kann helfen, den Nachlass ordnungsgemäß zu verwalten. Was aber, wenn Erben die Kosten für die Vollstreckung steuerrechtlich geltend machen wollen?

mehr ...