17. Juli 2015, 08:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Ich mache mir große Sorgen bei einem Brexit”

Ich glaube, dass wir Großbritannien doch so weit entgegenkommen können, dass es in der Europäischen Union bleibt. Da geht es natürlich vor allem um die Frage der Zuwanderung. Die Freizügigkeit ist nicht verhandelbar, das ist ein ganz wichtiger Teil eines jeden in der Europäischen Union. Dennoch glaube ich, dass man Großbritannien bei den Sozialleistungen entgegenkommen kann. Menschen können sich niederlassen, wo sie möchten, beziehen aber, solange sie noch nicht über eine gewisse Arbeitserfahrung verfügen oder in die Sozialkassen des neuen Landes eingezahlt haben, soziale Leistungen aus ihrem Ursprungsland. Das ist eine faire Möglichkeit, mit den Briten einen Kompromiss zu erzielen. Im Augenblick konzentrieren wir uns auf alle anderen Probleme. Die Diskussion, wie ein Brexit vermieden werden kann, steht noch relativ weit unten auf der politischen Agenda in Europa, und ich würde mir wünschen, dass es sehr viel schneller, sehr viel höher auf die Agenda kommt, weil ich glaube, für Europa und gerade für Deutschland wäre ein Austritt Großbritanniens ein harter Schlag.

Würden diese Konzessionen denn ausreichen, Großbritannien zu einem Verbleib in der EU zu bewegen?

Ich denke schon. Es wird natürlich keine EU-Vertragsänderung bis September/Oktober 2016 geben. Es ist unglaublich kompliziert, die EU-Verträge zu ändern, weil dann natürlich jedes Land mit seinen Begehrlichkeiten auf den Plan gerufen würde. Wir brauchen irgendwann eine Vertragsänderung, das ist gar keine Frage, auch um die Themen, die wir besprochen haben, umzusetzen. Aber man kann den Briten auch ohne eine Vertragsänderung entgegenkommen, um sie so von den enormen Vorteilen der EU zu überzeugen. Ich bin relativ optimistisch, dass es uns gelingen kann. Aber wir müssen das Thema in Europa und Deutschland ernst nehmen, und das passiert im Augenblick nicht.

Interview: Frank O. Milewski

Foto: Bettina Volke

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nachfolgeplanung: Die Hoffnung ruht zu Unrecht auf dem Mitbewerber

Ein Drittel der Maklerbetriebe ist im Hinblick auf die eigene Altersversorgung auf den Verkauf des Betriebes angewiesen. Dessen ungeachtet haben 48 Prozent der Befragten noch keine Nachfolgeregelung geplant oder getroffen. Dies ist zentrales Ergebnis einer Studie zum Thema Unternehmensnachfolge in Maklerbetrieben, die die Versicherungsforen Leipzig gemeinsam mit den Maklerforen Leipzig und der Berufsakademie Dresden durchgeführt haben.

mehr ...

Immobilien

Warum der Mietendeckel Mietern nicht hilft

Der Berliner Senat will den sogenannten Mietendeckel einführen, die Bestandsmieten also für fünf Jahre einfrieren. Es soll eine Antwort auf die kräftigen Mietpreissteigerungen der vergangenen Jahre sein, die vielen Berlinern zu schaffen machen – 84 % der Berliner Haushalte leben zur Miete. Ein Kommentar von Nedeljko Prodanovic, Geschäftsführer Stonehedge, zum Mietdeckel

mehr ...

Investmentfonds

Doppelschlag von Fed und EZB

Auf der Pressekonferenz der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch war die Ansage von Jerome Powell eindeutig: Sollte der Handelskrieg weiter schwelen und somit auch das Erreichen des Inflationsziels gefährden, stehe die Fed Gewehr bei Fuß, um die Zinsen erstmals seit 2008 zu senken. Noch deutlicher war die Kunde, welche die sogenannten Dots verbreiteten. Ein Kommentar von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock.

mehr ...

Berater

Banken schöpfen digitales Potential nicht aus

Capco, Management- und Technologieberatung mit Fokus auf die Finanzdienstleistungsbranche, veröffentlicht eine neue Studie zum Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft von Banken. Befragt wurden Kunden und Führungskräfte von mehr als 100 Kreditinstituten zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen über den Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft. Das Zeugnis für die Banken fällt dabei ernüchternd aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Sehr positive Resonanz der Gläubiger auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter

Die Gläubiger in den Insolvenzverfahren der deutschen P&R Gesellschaften haben sehr positiv auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter reagiert. Bislang haben schon über 95 Prozent der Gläubiger bzw. deren anwaltliche Vertreter ihre Zustimmung zum Vergleich über die Forderungsfeststellung erklärt. Insgesamt wurden in den vier Insolvenzverfahren über 80.000 Schreiben an rund 54.000 Gläubiger verschickt.

mehr ...

Recht

Versicherungspolicen: Wo es Steuern zurückgibt

In diesem Jahr verlängert sich erstmalig die Frist zur Abgabe der Steuererklärung auf den 31. Juli. Besonders Steuererklärungs-Muffel wird die zwei-monatige Fristverlängerung freuen. Dabei kann man mit den richtigen Tipps und Kniffen durchaus eine ganze Menge der gezahlten Steuern wiederbekommen. Dies gilt auch für die abgeschlossenen Versicherungspolicen.

mehr ...