Anzeige
17. August 2015, 13:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hamburger Hafen leidet unter Krisen in China und Russland

Der Hamburger Hafen hat in den ersten sechs Monaten des Jahres einen deutlichen Einbruch beim Containerumschlag erlitten. Mit 4,5 Millionen Standardcontainern (TEU) gingen 6,8 Prozent weniger Boxen über die Kaikanten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte die Marketinggesellschaft des Hafens am Montag mit.

Shutterstock 254087791 in Hamburger Hafen leidet unter Krisen in China und Russland

Die Rückgänge konnten nicht durch die positive Entwicklung der landseitigen Verkehre ausgeglichen werden.

Ursachen waren starke Rückgänge im Handel mit China (minus 10,9 Prozent) und Russland (minus 35,9 Prozent). China ist mit Abstand der größte Handelspartner des Hafens.

“Der gesamte Außenhandel Chinas ist im ersten Halbjahr um 6,9 Prozent geschrumpft”, sagte Vorstand Axel Mattern. Diese schwache Entwicklung werde besonders bei den Exporten aus China nach Europa durch den teuren Yuan geprägt. Das verteuerte für europäische Importeure die Einfuhr chinesischer Waren. Mittlerweile arbeitet die chinesische Regierung an der Abwertung ihrer Währung, doch das konnte sich noch nicht im Handelsvolumen niederschlagen.

Im Containerverkehr mit Russland wirkten sich nicht nur die Handelssanktionen aus, sondern auch der schwache Rubel, der Verfall der Ölpreise und die wirtschaftliche Rezession. “Die Konsum- und Investitionsbereitschaft in Russland lassen deutlich nach”, sagte Vorstand Ingo Egloff. Der Hafen rechnet nicht mehr damit, erstmals mehr als zehn Millionen TEU umzuschlagen, sondern erwartet für das Gesamtjahr jetzt nur noch neun Millionen TEU.

Hamburg besonders betroffen

Hamburg ist im Vergleich zu den großen Konkurrenzhäfen besonders betroffen, weil viele Container aus Asien auf kleinere Schiffe verladen und in die Ostsee transportiert werden. Die Rückgänge hätten nicht durch die erfreuliche Entwicklung der landseitigen Verkehre ausgeglichen werden können, die um 2,3 Prozent auf den neuen Rekordwert von 2,9 Millionen TEU zulegten.

Weil gleichzeitig der Umschlag von Massengut wie Kohle und Getreide um 12,3 Prozent zulegte, ging der gesamte Seegüterumschlag in Hamburg nur um 2,5 Prozent auf 70,8 Millionen Tonnen zurück. Für das Gesamtjahr rechnet der Hafen nun mit einem Umschlag von 141 Millionen Tonnen, nach 146 Millionen Tonnen im Vorjahr.

Trend zu Großschiffen

Weiter anhaltend sei der Trend zu Großschiffen, erklärten die beiden Vorstände. Mehr als 300 kamen allein im ersten Halbjahr nach Hamburg. Das unterstreiche die Notwendigkeit der geplanten Elbvertiefung, weil die Schiffe dann bis zu 1.800 beladene Container zusätzlich transportieren könnten. “Wir befinden uns in einem intensiven Wettbewerb mit Großhäfen wie Rotterdam und Antwerpen”, sagte Mattern.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 9/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltiges Investieren – Solvency II – Immobilienfonds – Maklerpools-Hitliste




Ab dem 17. August im Handel.



Cash. 8/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Durchstarter Indien – Führungskräfte absichern – Bausparen – US-Immobilien

Versicherungen

GKV: PKV-Verband gegen Wahlrecht für Beamte

Der Verband der privaten Krankenversicherung lehnt das in Hamburg geplante Wahlrecht für Beamte ab. Junge Beamte, Berufseinsteiger und Umsteiger aus der Privatwirtschaft sollen sich dort künftig ohne finanzielle Nachteile gesetzlich krankenversichern können. Sie sollen wie andere Arbeitnehmer die Hälfte ihrer Beiträge erstattet bekommen.

mehr ...

Immobilien

Wohnflächenberechnung: Kontrolle ist besser

Beim Kauf einer Immobilie zählt jeder Quadratmeter. Doch unterschiedliche Regeln für die Ermittlung der Wohnfläche können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Daher rät die BHW Bausparkasse Immobilienkäufern, die Angaben genau zu prüfen.

mehr ...

Investmentfonds

Digitale Währungen sind nicht Gold 2.0

Bitcoin und Co. sind bei Spekulanten und Anlegern derzeit heiß diskutiert. Ob die Kryptowährungen Gold als sicheren Hafen für Anleger ersetzen können, ist längst nicht sicher.

mehr ...

Berater

Vertrieb 2025: Das erwarten die Maklerpools

Wie wird sich der Finanz- und Versicherungsvertrieb in den kommenden Jahren verändern? Droht ein Vermittlersterben? Kommt ein Provisionsverbot? Wie wichtig wird die Honorarberatung? Und welche Rolle werden Fin- und Insurtechs spielen? Cash. hat hierzu exklusiv 23 Maklerpools, Verbünde und Servicegesellschaften befragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium stockt Emission von Container-Direktinvestments auf

Der Hamburger Anbieter Solvium Capital hat das Volumen des Direktinvestments Container Select Plus Nr. 2 um 5,2 Millionen Euro auf rund 20 Millionen Euro erhöht.

mehr ...

Recht

Kassen können Rabattverträge für Impfstoffe nicht einfach kündigen

Trotz einer Gesetzesänderung können Krankenkassen bestehende Exklusivverträge über die Lieferung von Grippeimpfstoffen mit der Pharmaindustrie nicht einfach kündigen. Neues Recht greife nicht in alte Verträge ein, begründete das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen seinen am Montag veröffentlichten Eilentscheid.

mehr ...