28. Juli 2016, 09:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Leiden der Flugzeugriesen

Schlechte Nachrichten für Airbus: Das Triebwerks-Desaster beim Militärtransporter A400M kommt den Luftfahrt- und Rüstungskonzern teuer zu stehen. Doch während die Europäer den Gewinn im zweiten Quartal dank Sondereinnahmen trotzdem erheblich steigern konnten, geriet US-Erzrivale Boeing in die Verlustzone.

Shutterstock 176575922 in Die Leiden der Flugzeugriesen

Während Airbus den Gewinn im zweiten Quartal dank Sondereinnahmen erheblich steigern konnte, geriet Boeing in die Verlustzone.

Nach monatelanger Prüfung des A400M-Debakels verbuchte Airbus zur Jahresmitte eine Sonderbelastung von einer Milliarde Euro und sattelte wegen Produktionsproblemen beim neuen Langstreckenjet A350 noch fast 400 Millionen Euro obendrauf. Das laufende Geschäft sei jedoch intakt, betonte Konzernchef Tom Enders in Toulouse. Allerdings offenbarten die Quartalszahlen auch operative Schwächen. An den Gewinnplänen für 2016 hält Enders aber fest.

Trotz aller Probleme sorgten Sondergewinne dafür, dass der Überschuss bei Airbus im abgelaufenen Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert beinahe verdoppelt werden konnte. Wegen des lukrativen Ausstiegs beim französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Dassault und der Gründung eines Raumfahrt-Gemeinschaftsunternehmens mit dem Partner Safran blieben unter dem Strich knapp 1,4 Milliarden Euro übrig.

Boeing hat Ärger mit mehreren Flugzeugmodellen

Deutlich trüber sah es bei Boeing aus. Jumbo-Jet, Dreamliner und Tankflugzeug – Probleme mit gleich drei Flugzeugtypen haben den Branchenführer im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand ein Minus von 234 Millionen Dollar (derzeit etwa 213 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 1,1 Milliarden ein Jahr zuvor. Es ist der erste Quartalsverlust seit 2009.

Grund dafür war Ärger mit gleich drei Flugzeugmodellen. So gab der Hersteller die Hoffnung auf, zwei Testexemplare des Langstreckenjets 787 “Dreamliner” noch loszuschlagen. Zudem beerdigte er den Plan, die gekappte Produktion des Jumbo-Jets 747-8 in einigen Jahren wieder hochzufahren. Der Jumbo ist wie der weltgrößte Passagierflieger Airbus A380 bei Fluggesellschaften kaum noch gefragt. Der Trend geht hin zu mittelgroßen Langstreckenjets.

Airbus hat Triebwerksprobleme angeblich gelöst

Doch auch bei Airbus sah es im Tagesgeschäft durchwachsen aus. Weil der Konzern weniger Flugzeuge auslieferte als geplant, ging der Umsatz um ein Prozent auf 16,6 Milliarden Euro zurück. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn sank um vier Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Auch das lag teilweise an Triebwerksproblemen. Inzwischen soll das Problem gelöst sein, laut Enders sind die ersten verbesserten Triebwerke eingetroffen. Die bereits vorproduzierten Flugzeuge sollen nun im zweiten Halbjahr ausgeliefert werden und dann in Umsatz und Gewinn einfließen.

Boeing schaffte es indes, im zweiten Quartal trotz aller Schwierigkeiten 199 Verkehrsflugzeuge auszuliefern und damit zwei Maschinen mehr als ein Jahr zuvor. Damit holte der Hersteller seinen Rückstand aus dem ersten Jahresviertel teilweise auf. Der Großteil der Auslieferungen entfällt auf die Mittelstreckenjets der Modellreihe 737, mit Abstand gefolgt vom “Dreamliner”. Konzernweit wuchs der Umsatz um ein Prozent auf knapp 24,8 Milliarden Dollar. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GDV: Entscheidung der Fed handelt gegen steigenden politischen Druck

Gestern entschied sich Jerome Powell dazu, seinen Kurs der Zinspolitik fortzusetzen. Die Auswirkungen für Deutschland scheinen geringer als gedacht zu sein .Ein Kommentar von Klaus Wiener, Chefvolkswirt des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Immobilien

Auch Eigenleistungen, Bausparvertrag oder Riester-Rente sind Eigenkapital

Eine Finanzierung der eigenen vier Wände sollte mit 15 Prozent Eigenkapital auf sichere Beine gestellt werden. Dabei zählt hier nicht nur das Ersparte. Auch Eigenleistungen wie Tapezieren oder Malern können als Eigenkapital angerechnet werden und machen den Hausbau so für Normalverdiener mit geringen Ersparnissen möglich.

mehr ...

Investmentfonds

Schwache Wirtschaft, niedrige Inflation, hohe Staatsverschuldung: Europa in der Krise?

Seit Anfang des Jahres häufen sich die negativen Wirtschaftsmeldungen: Immer weiter werden Konjunkturprognosen nach unten korrigiert und im Mai entfernte sich auch die Inflation wieder deutlich von der 2- Prozent-Zielmarke der EZB. Gleichzeitig sind die hohen Verschuldungsquoten und Reformstaus vieler europäischer Staaten bedenklich. Ein Kommentar von Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

Nachbearbeitungspflichten: Burnout des Vertreters schränkt Wahlrecht nicht ein!

Das OLG Köln hat kürzlich darüber entschieden, ob der Vertreter Provisionen auch dann zurückzuzahlen hat, wenn er aus gesundheitlichen Gründen selbst keine Nachbearbeitung vorgenommen hat. Ein Gastbeitrag von Jürgen Evers, EversRechtsanwälte für Vertriebsrecht .

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...