Anzeige
31. August 2016, 09:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

NordLB greift nach Bremer Landesbank

Die angeschlagene Bremer Landesbank (BLB) steht allen Anzeichen nach kurz vor einer kompletten Übernahme durch die NordLB. Neben dem Land Bremen wollen nun auch Niedersachsens Sparkassen ihren Anteil abstoßen.

Shutterstock 2612134 in NordLB greift nach Bremer Landesbank

Anfang Juni hatte die Bremer Landesbank mitgeteilt, dass sie wegen fauler Schiffskredite Ende des Jahres voraussichtlich einen hohen Verlust ausweisen muss.

Letztlich laufe es derzeit auf die verbliebene Option des Verkaufs der Bremer Anteile hinaus, hieß es am Dienstag aus Verhandlungskreisen. Über den Preis werde hinter verschlossenen Türen aber noch hart gerungen.

“Alle Anteilseigner müssten ausgezahlt werden”, sagte Verbandschef Thomas Mang am späten Montagabend in Hannover. Im Falle einer Übernahme der Anteile durch die NordLB könnte das Bremer Geldhaus damit komplett in die Hände der von Niedersachsen kontrollierten Bank fallen.

An diesem Mittwoch treffen sich in Bremen die BLB-Träger, um das weitere Vorgehen zu beraten. Neben dem Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverband (3,97 Prozent) und der Mehrheitseignerin NordLB (54,8 Prozent) ist das Bundesland Bremen mit 41,2 Prozent an der BLB beteiligt.

Anfang Juni hatte die Bremer Landesbank mitgeteilt, dass sie wegen fauler Schiffskredite Ende des Jahres voraussichtlich einen hohen Verlust ausweisen muss. Seitdem suchen die Gesellschafter Wege aus der finanziellen Schieflage.

Faule Kredite sollen nicht separat veräußert werden

Mang erwartet, dass die Frage der Übernahme-Modalitäten noch diese Woche gelöst werden kann: “Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Tagen ein Ergebnis verkünden können.” Bis zum Jahresende könnte dann die praktische Umsetzung vollzogen sein, die unter anderem auch die Änderung von Staatsverträgen und Satzungen nach sich ziehen würde.

Die faulen Kredite sollen Mang zufolge vor einem möglichen Verkauf aber nicht aus der BLB herausgelöst und separat veräußert werden. Eine “Flurbereinigung” der Finanzierungen in den BLB-Bilanzen sei nicht vorgesehen, sagte er. “Nachschüsse der Träger stehen nicht zur Diskussion und sind auch nicht erforderlich.”

Die Übernahme stelle für die NordLB zwar zunächst eine überschaubare Belastung dar, sei aber mittel- und langfristig wegen der zu erzielenden Synergieeffekte positiv für die Bank mit Sitz in Hannover. Der Sparkassenverband Niedersachsen hält auch 26,3 Prozent der Anteile an der NordLB, die für die Sparkassen die Aufgaben einer Zentralbank übernimmt.

Unterschiedliche Erwartungen an den Verkaufserlös

Unterdessen dämpfte die Bremer SPD die Erwartungen an einen möglichen Kaufpreis für den Landesanteil an der Landesbank. Das von der CDU genannte Mindestlimit von 480 Millionen Euro sei nicht die Messlatte, sagte am Dienstag der Chef des Controlling-Ausschusses im Bremer Landtag, Arno Gottschalk (SPD). Als Richtwert für einen Verkauf des 41-prozentigen BLB-Anteils des Bundeslandes Bremen an die NordLB nannte er am Dienstag einen Betrag von 290 Millionen Euro.

Bremen hatte 2012 seine direkte Beteiligung an der Landesbank aufgestockt. Dafür war eine stille Einlage im Wert für 480 Millionen Euro umgewandelt worden. Allerdings müsse man hier unterscheiden, sagte Gottschalk dem “Weser-Kurier” (Dienstag). Die EU-Kommission hatte den Marktwert dieser Einlage damals auf 290 Millionen Euro beziffert. Daraus resultieren die unterschiedlichen Erwartungen an den Verkaufserlös. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

MyBusinessApp: HDI standardisiert Antragsprozess für Firmen-versicherungen

Angebotsanfragen für Firmenversicherungen kosten Makler viel Zeit. Zahlreiche Prozessschritte, komplexe Risikofragebögen. Dazu kommen immer wieder Rückfragen der gewählten Anbieter. Hier setzt die MyBusinessApp von HDI an. Sie standardisiert und vereinfacht Datenerhebung wie Anfrageprozess. Egal bei welchem Versicherer.

mehr ...

Immobilien

Aareal Bank: Neugeschäft läuft besser als erwartet

Ein überraschend gutes Neugeschäft stimmt die Aareal Bank weiter optimistisch. Für das laufende Jahr rechnet der im M-Dax notierte Finanzierer gewerblicher Immobilien weiterhin mit einem Betriebsergebnis zwischen 260 und 300 Millionen Euro. Von der Türkei-Krise sieht sich das Institut nur wenig betroffen.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Wirtschaft wächst weiter

Wirtschaftswachstum trotz schwacher Exporte; die Konjunktur Deutschlands entwickelte sich im zweiten Quartal überraschend gut. Das liege nicht nur am hohen privaten Konsum und Unternehmensinvestitionen. Für das Gesamtjahr 2018 ist die Prognose jedoch weniger positiv als die Entwicklung des ersten Halbjahres.

mehr ...

Berater

Bankberater genießen hohes Vertrauen

Junge Bundesbürger zeigen beim Thema Geldanlage trotz Online-Affinität und großem Informationsangebot im Internet ein starkes Bedürfnis nach persönlicher Beratung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Postbank-Studie, für die 3.100 Personen befragt wurden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate hält nach weiteren Asset Managern Ausschau

Die Corestate Capital Holding, die Mitte 2017 den Fondsanbieter Hannover Leasing übernommen hat, ist im ersten Halbjahr 2018 kräftig gewachsen – und sieht sich nach weiteren Akquisitionen um.

mehr ...

Recht

Bauern müssen bei Rentenbeginn Hof nicht abgeben

Landwirte dürfen vom Staat nicht dazu verpflichtet werden, bei Renteneintritt ihren Hof abzugeben. Dies sei verfassungswidrig, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss vom 23. Mai über zwei Verfassungsbeschwerden.

mehr ...