26. August 2019, 09:00
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Bleibt die Geldpolitik eine Unterstützung?

Die Zeichen stehen wieder auf Lockerung der Geldpolitik durch die großen Notenbanken. Bereits im Juli haben sie die Weichen in diese Richtung gestellt, aber anders als gedacht. Damit ist eine Normalisierung der Geldpolitik vom Tisch, bevor sie überhaupt begonnen hat. Ein Kommentar von Dr. Mauricio Vargas, Senior Global Economist bei Union Investment.

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Mauricio Vargas, Union Investment

Das Weltwirtschaftswachstum schwächelt. Einen großen Anteil daran hat der von den USA ausgehende Handelskonflikt. Seit März 2018 ist ein Zollstreit ausgebrochen, insbesondere zwischen den USA und China.

Zollstreitigkeiten strahlen auf den Welthandel aus

Doch es stehen auch andere Länder im Fokus der USA: Kanada, Mexiko, Japan und auch die Eurozone. Die Zölle auf Automobilexporte, die noch in der Schwebe sind, würden die europäischen Staaten hart treffen.

Von den Zollstreitigkeiten sind bislang vor allem die Länder betroffen, die stark in den Welthandel eingebunden sind, wie China oder die Eurozone. So hat das Wachstumsbild im Euroraum in den vergangenen Monaten einige Risse bekommen. Insbesondere der Industriesektor schwächelt.

Anfang August ist es dann zu einer erneuten Eskalation im Handelsstreit gekommen und US-Präsident Donald Trump hat die Einführung von Zöllen in Höhe von zehn Prozent auf bislang nicht betroffene Importe aus China im Volumen von 150 Milliarden US-Dollar ab dem 1. September und für weitere 150 Milliarden ab 1. Dezember angekündigt.

USA haben sich bislang widerstandsfähig gezeigt

Dadurch dürfte sich das konjunkturelle Umfeld weiter eintrüben. Und hinter den Zollstreitigkeiten zwischen den USA und dem Reich der Mitte steckt mehr: Es geht um Technologieführerschaft und globale Machtverhältnisse insgesamt.

Da die USA ein großer und stark binnenwirtschaftlich ausgerichteter Markt sind, haben sie sich bisher recht widerstandsfähig gegen konjunkturelle Bremsspuren gezeigt. Wenn die jüngst angekündigten Zölle in Kraft treten, werden davon jedoch auch Konsumgüter betroffen sein.

Dann dürften sich auch dort erste Auswirkungen zeigen. Deshalb haben wir bei Union Investment die Wachstumsprognosen für die USA auf 2,4 Prozent in diesem Jahr reduziert. Für 2020 erwarten wir ein Wachstum von 2,0 Prozent.

 

Seite 2: Was die Notenbanken bislang unternommen haben

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