24. Mai 2019, 08:00
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Länderrisiken abfedern durch geografische Diversifikation

Das volatile Marktumfeld rückt Portfolio-Risikomanagement wieder in den Fokus. Die Investition in verschiedene Regionen hilft, länderspezifische Risiken zu entschärfen. Dazu kann man das Engagement in globale Titel und Schwellenländer erhöhen und das Engagement in allgemeine globale Indizes und Indizes der Industrieländer senken.

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Das aktuelle Marktumfeld lässt sich am besten mit den Worten von Joachim Ringelnatz auf den Punkt bringen: „Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“ Noch immer wird die globale Wirtschaft von Sorgen dominiert. Die Verhandlungen zwischen China und den USA könnten mit dem neusten Dekret von US-Präsident Trump gegenüber dem Telekommunikationskonzern Huawei als gescheitert angesehen werden.

Nun fürchtet vor allem auch Europa neben dem noch immer ungewissen Ausgang des Brexit und den anstehenden Europawahlen eine Verschärfung im China-USA-Handelskonflikt. Denn darunter könnten auch EU-Firmen leiden, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Mitgliederbefragung der EU-Handelskammer in Peking hervorging:

Risikomanagement ist nun wichtiger denn je

Mehr als jedes dritte EU-Unternehmen, das in China tätig ist, wird demnach negativ beeinflusst. Das Risikomanagement im Portfolio ist für Anleger nun wichtiger denn je, sagt Dr. Martin Dietz, Fondsmanager und Head of Diversified Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM).

Ein bewährtes Instrument zur Optimierung des Risikomanagements stellt für ihn eine ausreichende Diversifikation dar. Erreicht werden könne diese neben der Allokation in verschiedene Anlageklassen und Währungen auch durch eine ausreichende Aufteilung nach Regionen: „Volkswirtschaftliche Gegebenheiten, Geldpolitik und politische Risiken unterscheiden sich von Land zu Land. Wir können einige dieser Risiken managen, indem wir sicherstellen, dass ein Portfolio diversifiziert und in verschiedensten Regionen investiert ist“, sagt Dietz.

Das Interesse des Experten liegt dabei vor allem auf dem Management der wirtschaftlichen und politischen Risiken der Regionen. „Das betrifft in erster Linie Aktien. Allerdings sollten Anleger Engagements, die sie in anderen Anlageklassen aufgebaut haben, nicht außer Acht lassen, da das Risiko staatlicher Kreditnehmer in europäischen Peripherieländern seit der Finanzkrise erhöht ist“, sagt Dietz.

Drei Gedanken zur Allokation in Regionen

Um ein Portfolio optimal in Regionen zu diversifizieren, sollte drei Überlegungen besondere Beachtung geschenkt werden. „Erstens tendierten Anleger traditionell dazu, hauptsächlich in lokale Titel zu investieren. Unser Ziel ist es, Anlegern aufzuzeigen, dass ein globales Engagement vor einer Wachstumsverlangsamung in der Eurozone oder lokalen politischen Risiken schützen kann“, sagt Dietz.

Zweitens führten Anlagen in allgemeinen globalen Indizes oder in Indizes der Industrieländer angesichts der Größe der US-Kapitalmärkte oft zu einem hohen Engagement in Nordamerika. „Dadurch kann ein Portfolio bestimmten wirtschaftlichen oder politischen Risiken ausgesetzt sein, die wir weitgehend minimieren wollen“, fährt der Experte fort.

Allokation ist erstrebenswert

Und drittens sei eine höhere Allokation in Schwellenländern, als es in Benchmarks normalerweise üblich ist, erstrebenswert: „Denn deren Marktkapitalisierung ist im Vergleich zu anderen bedeutenden Kennzahlen dieser Länder, wie das Bruttoinlandsprodukt, das Wirtschaftswachstum und die Bevölkerungsentwicklung, niedrig“, sagt Dietz.

Angesichts des volatilen Marktumfelds sei eine optimierte Portfolio-Diversifikation mehr denn je gefragt: „Nur durch sie können wir ein Portfolio breit gestreut positionieren, um in unterschiedlichen Marktszenarien Renditen zu erzielen und die Abhängigkeit gegenüber der Performance des Aktienmarktes reduzieren“, resümiert der Experte.

Foto: Shutterstock

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