2. Juni 2019, 10:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DWS: China hat andere Sorgen als US-Treasuries

Die Sorgen, Peking könne seine US-Staatsanleihebestände zur Beeinflussung von US-Zinsen und Wechselkurs nutzen, halten wir für überzogen, schreibt DWS in der Pressemitteilung zum Chart der Woche.

Image002 in DWS: China hat andere Sorgen als US-Treasuries

Der fortlaufende Handelsstreit zwischen den USA und China stellt nicht nur globale Lieferketten, sondern auch volkswirtschaftliche Gewissheiten in Frage. Während mittlerweile auch viele begriffen haben, dass in erster Linie die heimischen Konsumenten die Importzölle bezahlen müssen, herrscht bei anderen Themen selbst unter Profis Dissens.

Könnte China mit den US-Staatsanleihen drohen?

Zum Beispiel bei der Frage, ob China seine US-Staatsanleihebestände als Waffe einsetzen könnte, und welche Folgen das hätte. Vor allem die vermeintlichen Auswirkungen auf US-Zinsen und den Dollar-Yuan-Wechselkurs stehen hierbei im Fokus.

Zunächst zur Frage der Dominanz Chinas im US-Staatsanleihenmarkt: Von den ausstehenden US Treasuries in Höhe von 17,6 Billionen Dollar hält China 1,1 Billionen Dollar, was einem Anteil von 6,4 Prozent entspricht. In der Spitze, im Juli 2011, waren es noch 12,1 Prozent. Stopfte zunächst die Federal Reserve (Fed) die Lücke, ist es nun der amerikanische Privatsektor, der das stetig wachsende Anleiheangebot aufnimmt.

Wie steht es mit Zins und Wechselkurs?

Unser “Chart der Woche” zeigt, dass die massiven Treasury-Käufe Pekings mit einer Yuan-Aufwertung zusammenfielen. Und seit Peking seine Position auch absolut reduziert, ist der Yuan eher schwächer geworden. Ceteris paribus hätte man wohl das Gegenteil erwartet. Doch, wie Xueming Song, DWS Volkswirt für China, erklärt:

“Man darf die Treasury-Käufe nicht isoliert betrachten. Ihnen gingen zunächst die massiven Handelsüberschüsse Chinas voraus, die den Yuan stärkten. Gleichzeitig haben ausländische Firmen in China investiert, was ebenfalls für eine Yuan-Aufwertung spricht.” Und der Zins? Würde er in die Höhe schnellen, falls Peking weiter verkauft? Auch hier widerspricht die Historie.

Als China zwischen 2002 und 2008 seinen Bestand auf 0,8 Billionen Dollar verachtfachte, stieg der Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen weiter. Und seit bald einem Jahr gehen sowohl Pekings Bestände (leicht) und die Zinsen zurück.

Aber hat Peking überhaupt ein Interesse an einer Yuan-Abwertung?

Zwar würde dies der Exportwirtschaft helfen, doch Xueming Song wendet ein: “Allein eine mögliche Kapitalflucht wie 2015 und die Initiativen Belt and Road und Shanghai Cooperation, bei welchen China das Ausland auch mit einer starken Währung locken muss, sprechen gegen einen Abwertungswunsch.

Zudem verträgt sich Chinas Selbstverständnis als USA-Herausforderer und als Heimatland einer ernstzunehmenden Weltwährung nicht mit einem schwachen Yuan.” Man kann Chinas Diktatur wohl vieles vorwerfen. Aber ihre Währung derzeit künstlich schwächen zu wollen sicher nicht.

 

Foto: DWS

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hier zahlen Autofahrer besonders viel für die Kfz-Versicherung

Berlin ist ein teures Pflaster für Autofahrer.Deutschlandweit ist der durchschnittliche Versicherungsbeitrag für eine Kfz-Vollkaskoversicherung in der Hauptstadt am höchsten. Der Rundum­schutz für das Fahrzeug kostet dort bis zu 44 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und sogar bis zu 74 Prozent mehr als in sehr günstigen Regionen. Das zeigen Beispiel­berechnungen für über 8.000 Postleit­zahlengebiete.

mehr ...

Immobilien

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Krise trifft europäische Banken härter als ihre US-Wettbewerber

Die von der Coronakrise ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen, haben US-Banken scheinbar besser weggesteckt als ihre europäischen Pendants. Das zeigt zumindest eine Untersuchung der Deutschen Bank.

mehr ...

Berater

Mehr Haftpflichtverträge durch Hunde-Boom

Während der Coronapandemie scheint die Sehnsucht nach einem Hund zu wachsen. Hundezüchter vermelden einen Ansturm auf Welpen, viele Tierheime sind wie leergefegt. Bei der R+V Versicherung spiegelt sich dieser Trend in einem deutlichen Anstieg der Hundehaftpflicht- und Operationskostenversicherung wieder.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium lanciert Zertikat für Schweizer Profi-Investoren

Der Hamburger Logistik-Assetmanager Solvium Capital bringt die Assets „Schiffscontainer“ und „Wechselkoffer“ über ein Zertifikat auf den Schweizer Markt. Dazu ist das Unternehmen eine neu geschlossene Partnerschaft mit dem Züricher Verbriefungsspezialisten Gentwo eingegangen.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...