19. September 2019, 10:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Eine lockere deutsche Fiskalpolitik wäre gut für Europa

Deutschland ist Europas Wachstumsmotor – und wenn dieser ins Stottern gerät, ist in der gesamten Region Sand im Getriebe. Genau dieser Zustand liegt momentan vor, daher betrachten wir die Situation kritisch. Ein Kommentar von Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege bei Danske Bank Asset Management.

Fondsgebundene-policen-motor in Eine lockere deutsche Fiskalpolitik wäre gut für Europa

Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstützt die europäischen Volkswirtschaften bereits seit längerem mit einer äußerst lockeren Geldpolitik. Im Gegensatz dazu vernachlässigten die Politiker in den letzten Jahren zumeist die Fiskalpolitik und es kam zu wenigen Steuersenkungen oder öffentlichen Investitionen. Doch das könnte sich jetzt ändern und bietet insbesondere aus Anlegersicht interessante Möglichkeiten.

Einleuchtend in der Theorie, schwierig in der Umsetzung

Nachdem die große Koalition intensiv über den Bundeshaushalt 2020 verhandelt hat, sehen wir Möglichkeiten dafür, dass Deutschland seiner Wirtschaft mit einem großen Konjunkturprogramm einheizt.

Auf dem Papier mag das unkompliziert wirken. Eine geringe Staatsverschuldung, anders als in den USA oder Japan, gibt Deutschland einen finanziellen Spielraum für eine finanzpolitische Lockerung.

Die Bundesregierung hätte somit viele Möglichkeiten, aber viele Marktbeobachter zweifeln daran, dass das Land bereit für eine fiskalpolitische Lockerung ist. Darüber hinaus schränken eine Reihe administrativer Regelungen die Handlungsoptionen ein.

Innerhalb der EU ist festgelegt, wie hoch das Haushaltsdefizit der Mitgliedsstaaten sein darf und wie stark sie somit ihre finanzpolitischen Zügel lockern dürfen.

Wenn die Deutschen ausschließlich nach den EU-Regelungen handelten, hätten sie zwar ausreichenden Spielraum für finanzpolitische Lockerungen. Zudem sind die die EZB-Zinssätze auf einem historisch niedrigen Niveau, eigentlich sogar im Minus, was die Finanzierungskosten senkt.

Die selbstverpasste deutsche Zwangsjacke

Die Deutschen haben sich allerdings selbst eine Zwangsjacke umgelegt, die strammer ist als die EU-Regelungen: Einerseits gilt in Deutschland das Prinzip der Schwarzen Null. Dabei müssen sämtliche Staatsausgaben durch entsprechende Einnahmen gedeckt werden. Das bedeutet: Steigen die Ausgaben, müssen auch die Einnahmen steigen.

Dies ist keine formelle, gesetzlich vorgeschriebene Richtlinie, sondern ein tief verwurzeltes Prinzip innerhalb der gegenwärtigen Regierungskoalition. Andererseits gibt es die Schuldenbremse:

Seite 2: Was nun geplant ist

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

PKV-Versicherungspflichtgrenze: Die Messlatte wird höher gelegt

Auch im kommenden Jahr wird die Hürde für den Wechsel in die private Krankenversicherung für Arbeitnehmer höher. Nach dem Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 aus dem Bundesarbeitsministerium soll die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung ab dem kommenden Jahr 64.350 Euro betragen – ein Plus von 1.800 Euro (2020: 62.550 Euro) oder fast drei Prozent. Das sorgt für Unmut beim PKV-Verband.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Ökostrom-Anteil in diesem Jahr bisher bei rund 48 Prozent

Nahezu die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland wurde in den ersten neun Monaten des Jahres aus erneuerbaren Energien gedeckt. Der Ökostrom-Anteil soll weiter steigen.

mehr ...

Berater

Finanzstark ins digitale Zeitalter

Home-Office, Online-Handel, E-Business – nur einige Begriffe, die für den fundamentalen Wandel in der Unternehmenslandschaft stehen. Ein Wandel, der zwar schon vor Corona begann, aber durch die Pandemie eine neue Dynamik erreicht hat. Gastbeitrag von Dirk Oliver Haller, DFT Deutsche Finetrading 

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...