10. September 2019, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Goldkurs auf Rekordjagd

Nachdem Gold als Investment in den letzten Jahren eher ein Schattendasein führte, begab sich der Goldkurs in den letzten Wochen auf eine regelrechte Rekordjagd. Doch woran liegt dieser rasante Anstieg und wie sollten sich Anleger am besten verhalten? Interview mit Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG.

Bildquelle ESG-Edelmetall-Service-GmbH-Co -KG Geschaeftsfueher-Dominik-Lochmann300 in Goldkurs auf Rekordjagd

Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG.

Dominik Lochmann zu den aktuell stark ansteigenden Goldpreisen: „Zum einen hat der Goldpreis schlicht Kursnachholbedarf gegenüber anderen Sachwerten: Während der Wert von Aktien und Immobilien in den letzten Jahren bereits stark anstieg, fristete Gold als Investment eher ein Schattendasein. Zum anderen führen die aktuelle Iran-Krise und der Handelsstreit zwischen den USA und China zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Anleger.“

Warum ist Gold in Krisenzeiten so beliebt?

„Gold hat als Investment und Wertaufbewahrungsmittel eine jahrtausendealte Tradition. Es bietet anders als andere Anlageprodukte einen tatsächlich greifbaren Gegenwert und stellt ein regierungs- und bankenunabhängiges Investment dar. In unsicheren Zeiten vertrauen viele Anleger vorzugsweise Sachwerten, die sich notfalls schnell und unkompliziert umsetzen lassen.“

Wie sollten sich Anleger nun verhalten?

„Die meisten Anleger nutzen Gold nicht als Spekulationsobjekt, sondern zur Diversifizierung des Vermögens und als Notfallreserve. Diese Investoren verkaufen ihr Edelmetall erst, wenn sie tatsächlich Geld benötigen, und nicht um spontan Kursmitnahmen zu realisieren. Ihre Devise lautet, unabhängig vom Kurs stetig Gold nachzukaufen.

Wer sich hingegen sowieso früher oder später von seinen Barren trennen will, kann nun natürlich den hohen Goldpreis nutzen. Auch einige reine Investmentkunden, die in den letzten Jahren aufgrund von fehlenden Anlagealternativen und wegen des Zinstiefes bei 30 bis 35 Euro pro Gramm Gold eingestiegen sind, verkaufen nun einen Teil ihrer Bestände, um Kursgewinne zu realisieren.“

Beobachten Sie bei der ESG momentan einen Unterschied im Kaufverhalten?

„Trotz der hohen Kurse kaufen Anleger momentan viel Gold. Wir beobachten vor allem eine Zunahme bei Standardprodukten wie 1-oz-Goldmünzen, 1-oz- und 100-g-Goldbarren sowie den sogenannten CombiBars. Dabei handelt es sich um Goldbarren, die sich über Sollbruchstellen verlustfrei in kleinere Barren teilen lassen. Family Offices fragen zudem verstärkt 1-kg-Barren nach.“

Wie wird sich der Preis Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln?

„Kurzfristig wird der Preis aufgrund des gerade aufgenommenen Schwungs und der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit noch etwas steigen. Durch Gewinnmitnahmen von Fonds und Großbanken kommt es irgendwann zu einer kleinen Konsolidierung. Diese fällt vermutlich weich aus, da sowohl Russland als auch asiatische Länder ihre Goldreserven erhöhen möchten.

Dies dient auch als Abstrafung des Dollars, um von Dollar- in Goldreserven umzuschichten. Da diese Länder an einem langfristigen Edelmetallinvestment Interesse haben, ist langfristig mit langsam, aber stetig steigenden Goldkursen zu rechnen.“

Foto: ESG Edelmetall-Service

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Welt-Alzheimertag: Welcher Versicherungsschutz ist für Demenzkranke wichtig?

Am kommenden Samstag ist Welt-Alzheimertag. An diesem Tag wird jährlich auf das Thema Demenz und die Situation Demenzkranker aufmerksam gemacht. 1,7 Millionen Menschen sind laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft in Deutschland von dieser Krankheit betroffen. 2060 sollen es nach dem Statistikportal Statista bereits 2,88 Millionen sein.

mehr ...

Immobilien

Weshalb der Staat das denkbar schlechteste Wohnungsunternehmen ist

Ob BMW, Lufthansa oder Deutsche Wohnen – niemand ist mehr sicher vor einer Verstaatlichung oder euphemistisch: „Rekommunalisierung“. Gemeinsam propagieren sie den falschen Glauben daran, dass der Staat der bessere Unternehmer sei. Wenn Wohnungen in der Hand des Staates sind, so die Annahme der Berliner Initiative „Deutsche Wohnen Enteignen“, wird alles besser. Ein Kommentar von Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der FDP Bayern.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

Allianz Global Wealth Report: Es gibt keine Gewinner

Der zehnte „Global Wealth Reports“ der Allianz zeigt, dass 2018 erstmals die Geldvermögen in Industrie- und Schwellenländern gleichzeitig zurückgegangen sind. Selbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, war dies nicht der Fall. Ein Kommentar von Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...