5. Juli 2019, 08:15
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Negativzinsbeben in Deutschland und Europa

Derweil verzeichnet das Zinsniveau in den Niederlanden, Belgien, Finnland, Lettland, Malta und Zypern bedeutende Verluste zwischen -7 und -70 Basispunkten im Jahresvergleich. Trotzdem zeigen die Zinsen in Lettland, Malta und Belgien einen stetigen Aufwärtstrend, genauso wie Kroatien außerhalb der Eurozone.

Dagegen setzen die Zinsen in Frankreich ihre Holperfahrt – immerhin aktuell steigend – fort und landen im Jahresvergleich bei einem Plus von 26 Basispunkten. Ähnlich sieht es trotz derzeitigem Sinken in der Slowakei aus – hier zeichnet sich ein ein Plus von 45 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr ab. In Estland herrschte für Monate regelrechter Zinsstillstand, doch der kürzliche Anstieg führt im Vergleich vor zwölf Monaten zu einem Plus von 22 Basispunkten.

Verluste in einzelnen Märkten, Abnahme der Top-Zinsen lässt Zinsschere in Deutschland offen

Obwohl derzeit keine großen Zinsbewegungen außerhalb der Eurozone stattfanden, stiegen in Großbritannien die Zinsen im Schnitt um 27 Basispunkte, in der Tschechischen Republik sogar um 87 Basispunkte und in Rumänien um 61 Basispunkte.

Im Vergleich zum letzten halben Jahr sind die aktuellen Raten für 1- und 3-jährige Einlagen der einzelnen Märkte des Europäischen Wirtschaftsraums relativ stabil geblieben. Eine Aufwärtsentwicklung mit fortlaufender Steigerung ist ausschließlich in Norwegen, Portugal und Rumänien zu erkennen. Die Entwicklung in Skandinavien verlangsamt sich und deutet einen Rückgang an. Deutschland und Italien haben ihre kleineren Zugewinne der 1-jährigen Einlagenzinsen verloren.

Währenddessen reduziert sich das Zinsgefälle zwischen den drei besten Zinsangeboten und denen der drei größten Banken in Deutschland, bedingt durch den Rückgang der Zinsen auf Top-Angebote. Die deutsche Zinsschere bleibt weiterhin geöffnet. Dagegen leidet Irland weiterhin am unteren Ende des Spektrums unter den niedrigen Zinsen.

Zinssprung Europas großer Volkswirtschaften aus ganzjähriger Perspektive

Laut der jüngsten EZB-Daten ist ein Anstieg der Geschäftskundenzinsen bei den großen Volkswirtschaften Europas im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen. Litauen, Deutschland, Belgien, Estland und die Niederlande haben alle einen regelrechten Zinssprung mit 12 bis 28 Basispunkten erfahren.

Dabei haben sich die Niederlande kürzlich auf eine Art Achterbahnfahrt bergab begeben und Estland gleitet weiter nach unten. Die Geschäftskundenzinsen in Italien und Frankreich sowie Österreich – hier der Vormonatsanstieg fortgesetzt – kletterten zwischen 2 und 5 Basispunkten nach oben.

Wie vor einem Jahr, belegen die kleineren Volkswirtschaften Portugal, Slowakei, Slowenien, Irland und Lettland die gleichen Plätze. Dabei haben Lettland, Portugal und Irland die jüngsten Zuwächse verloren.

Die Länder Griechenland, Malta und Finnland verzeichneten einen stetigen Rückgang der Unternehmenszinsen, während sie auch in Spanien, Zypern und Luxemburg stockend rückläufiger wurden. Alle diese Länder liegen unter dem Vergleichswert vom Vorjahr. In Griechenland, Zypern und Malta ist der Rückgang von -15 auf -45 Basispunkte am stärksten ausgeprägt. Trotzdem führt Griechenland mit 0,79 Prozent als Land mit dem höchsten Geschäftskundenzinssatz innnerhalb der EU.

 

Foto: WeltSparen

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