Sorgt Bankenregulierung für das Ende der guten Konjunktur?

Laurent Mignon, Präsident des französischen Bankenverbandes FBF, und Dr. Hans-Walter Peters, Chef des Bundesverbandes deutscher Banken, warnen vor den Folgen einer unmittelbaren Umsetzung des Baseler Abkommens von 2017 (Basel III) für Europas Wirtschaft.

Dr. Hans-Walter Peters, Chef des Bundesverbandes deutscher Banken.

Die beiden Verbandschefs fordern, die Anforderungen von Basel III an die Bankenlandschaft des jeweiligen europäischen Landes anzupassen. Andernfalls drohe nicht nur der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit mit US-amerikanischen Banken, sondern auch das Abwürgen der Konjunktur in Europa.

Basel III drückt auf die Realwirtschaft

„Speziell die Kreditvergabe an kleine und mittelständische müsste wohl spürbar eingeschränkt werden. Auch die Finanzierung der Energiewende würde behindert, und Hypothekendarlehen für Privatkunden drohten deutlich teurer zu werden“, schreiben Mignon und Peters in ihrem heutigen Handelsblatt-Kommentar.

Da die europäische Realwirtschaft zu drei Vierteln von Banken finanziert sei, fielen die neuen Eigenkapitalanforderungen der Banken, die sich durch Basel III um durchschnittlich 24 Prozent erhöhten, enorm ins Gewicht.

Welche Form der Bankenlandschaft ist gewünscht?

Dass dies keineswegs trivial sei, habe unlängst auch eine Untersuchung der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde Eba bestätigt. Dies widerspreche darüber hinaus dem politischen Versprechen, die Eigenkapitalanforderungen nicht wesentlich zu steigern.

Laut Mignon und Peters stünde Europa jetzt vor der Frage, welche Form der Bankenlandschaft gewünscht sei. Sie fordern einen Regulierungsrahmen, welcher der Finanzierungspraxis und den –notwendigkeiten Rechnung trägt.

Foto: Berenberg

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