Neuer Bafin-Chef: Mut haben zu „unangenehmen Entscheidungen“

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Mark Branson

Der neue Chef der Aufsichtsbehörde Bafin hat ein härteres Vorgehen gegen Finanzunternehmen angekündigt. "Die Bafin muss den Mut haben, unangenehme Entscheidungen zu treffen, auch wenn wir keine perfekte Informationslage haben und wenn damit gewisse Risiken verbunden sind", sagte Behördenchef Mark Branson dem "Handelsblatt" laut Vorabmeldung vom Donnerstagabend. Nicht zu entscheiden und abzuwarten, sei für die Kunden und die Stabilität des Finanzsystems oft noch riskanter.

„Wir brauchen die Bereitschaft, auch mal Grenzen auszutesten“, sagte der seit Anfang August amtierende Bafin-Chef. „Wenn es einen Missstand gibt, müssen wir etwas tun, auch wenn dieser Sachverhalt im Gesetz nicht ganz eindeutig geregelt ist.“ Manchmal könne so eine Auseinandersetzung auch einen Anstoß für eine neue gesetzliche Regelung geben.

Branson sprach sich zudem für harte Kapitalvorgaben für Großbanken aus. „Institute, die auf den internationalen Kapitalmärkten aktiv sind, brauchen eine besonders dicke Kapitaldecke“, sagte er. Dafür werde er sich auch in den europäischen Gremien einsetzen.

Der gebürtige Brite, der die Schweizer Finanzaufsicht Finma führte, hatte bereits eine Modernisierung der Bafin angekündigt. Im Fall von Wirecard war weder der Behörde noch Wirtschaftsprüfern der mutmaßlich über Jahre laufende Milliardenbetrug des inzwischen insolventen Zahlungsdienstleisters aufgefallen. (dpa-AFX)

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