27. Februar 2018, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Erbrecht: Gestaltungsmöglichkeiten bei Personengesellschaften

Die geeignete Nachfolgeregelung einer Personengesellschaft zu finden ist eine der schwierigsten Aufgaben bei der Abfassung des Gesellschaftsvertrages. Ob eine Gesellschaftsbeteiligung vererbt werden kann, ist zunächst durch das Gesellschaftsrecht zu beantworten.

Gastbeitrag von Jörg Streichert, Rechtsanwalt

Erbrecht: Gestaltungsmöglichkeiten bei Personengesellschaften

Jörg Streichert: “Um die Liquidität der Gesellschaft zu schonen, empfehlen sich qualifizierte Fortsetzungsklauseln.”

Das Gesellschaftsrecht hat Vorrang vor dem Erbrecht. Erst wenn eine Beteiligung gesellschaftsrechtlich vererblich ist, können erbrechtliche Grundsätze zum Tragen kommen.

1. Einfache Fortsetzungsklausel

“Nach dem Tod eines Gesellschafters besteht die Gesellschaft mit den übrigen Gesellschaftern fort. Die Erben des Gesellschafters erhalten einen Abfindungsanspruch. Die Auszahlung des Abfindungsanspruchs erfolgt gemäß Paragraf … dieses Vertrages.“

Die Erben des durch Tod ausgeschiedenen Gesellschafters erwerben damit einen Abfindungsanspruch gegen die Gesellschaft. Einen allgemeingültigen Standard für eine (wirksame) Abfindungsklausel gibt es nicht.

2. Qualifizierte Fortsetzungsklausel

Um die Liquidität der Gesellschaft zu schonen, empfehlen sich qualifizierte Fortsetzungsklauseln, um ein Ausscheiden des persönlich haftenden Gesellschafters gegen Zahlung einer Abfindung an die Erben zu vermeiden.

Erbschaftsteuerlich stellt der Ausschluss der Erben gegen Abfindung das ungünstigste Ergebnis dar. Im Rahmen qualifizierter Nachfolgeklauseln können die Anzahl und die persönlichen Voraussetzungen des nachfolgenden Erben geregelt werden.

Die Regelung im Gesellschaftsvertrag gewährleistet auch, dass die Bedingungen der Nachfolge einheitlich für alle Gesellschafter festgeschrieben werden.

Ist eine qualifizierte Nachfolgeklausel im Gesellschaftsvertrag vereinbart, kann der Gesellschafter in seiner eigenen letztwilligen Verfügung auch im Rahmen der gesellschaftsvertraglichen Nachfolgeklausel Bedingungen vorsehen.

Seite zwei: Nachfolge bei Partnerschaftsgesellschaften

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Gesetzlich Versicherte verschenken jährlich 4,5 Milliarden Euro

Gesetztlich Krankenversicherte und Arbeitnehmer verschenken jährlich rund 4,5 Milliarden Euro, weil sie die Krankenkasse nicht wechseln. Das zeigt ein aktueller Vergleich von Check24. Durch eine Wechsel der Krankenkasse könnte ein Versicherter bis zu 574 Euro pro Jahr sparen.

mehr ...

Immobilien

Bauen: Kleiner Mangel, teurer Schaden

Wie aufwendig die Beseitigung eines Baumangels ist, hängt grundsätzlich davon ab, wann er entdeckt wird. Welche Kosten private Bauherren vermeiden können, wenn sie frühzeitig Mängel erkennen, zeigt eine aktuelle Studie des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB).

mehr ...

Investmentfonds

Kommt die Finanztransaktionssteuer jetzt doch?

Nach jahrelangen Verhandlungen rückt eine Entscheidung zur Besteuerung von Finanzgeschäften in Europa näher. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat seinen europäischen Kollegen einen finalen Vorschlag für eine Finanztransaktionssteuer vorgelegt.

mehr ...

Berater

Softfair und xbAV planen Schnittstelle

Der IT-Dienstleister Softfair und xbAV haben angekündigt, eine Schnittstelle zu bauen. Eingerichtet werden soll die Verknüpfung zwischen dem Akquise-Center von Softfair und der xbAV-Plattform. Vermittler können dann die Kundendaten aus dem Akquise-Center als Berechnungsgrundlage nutzen und die geschlossenen Verträge im CRM-System verwalten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kreditfonds finanziert Quartiersentwicklung in Leipzig

Die Berliner Immobilien-Investmentgesellschaft Linus Capital hat eine sogenannte Whole-Loan-Finanzierung in Höhe von 45 Millionen Euro für eine unter dem Namen „Quartier Krystallpalast“ bekannte Projektentwicklung in Leipzig strukturiert.

mehr ...

Recht

Keine Steuervorteile verschenken

Mit großen Schritten rückt Weihnachten näher und damit für die meisten Unternehmen auch deren Geschäftsjahresende. Spätestens jetzt sollte daher gemeinsam mit dem Steuerberater überlegt werden, welche steuerlichen Optimierungsmaßnahmen noch vor Jahresende möglich und sinnvoll sind.

mehr ...