„Es droht ein Mietendeckel durch die Hintertür“

Foto: Mietercheck.de
Matthias Heißner, Mietercheck.de

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung kommt der Begriff "Mietendeckel" nicht ein einziges Mal vor. Die geplanten Gesetzesänderungen zeigen allerdings deutlich auf, dass in kürzester Zeit ein faktischer Mietendeckel auf Basis veralteter Mietspiegel eingeführt werden soll.

Die Parteien der Ampelkoalition wollen den Betrachtungszeitraum der Mietspiegel auf sieben Jahre erhöhen. Noch bis vor Kurzem betrug der Betrachtungszeitraum der ortsüblichen Vergleichsmiete vier Jahre, was ein realistischer Zeitraum war. Bereits letztes Jahr wurde der Betrachtungszeitraum durch die alte Koalition auf sechs Jahre verlängert. Das sah das „Gesetz zur Verlängerung des Betrachtungszeitraums für die ortsübliche Vergleichsmiete“ vor, das von Bundestag und Bundesrat am 19./20.12.2019 beschlossen wurde.

„Der verlängerte Betrachtungszeitraum sorgt dafür, dass der Mietspiegel in vielen Fällen nur noch wenig mit der Realität zu tun hat“, sagt Matthias Heißner, Mitbegründer und Geschäftsführer des Bonitätsprüfers Mietercheck. Die Kosten für Vermieter steigen heute viel schneller als noch vor einigen Jahren. „Die durchschnittlichen Kosten, die für einen Vermieter vor sieben Jahren anfielen, sind viel geringer als die Kosten, die für einen Vermieter vor zwei Jahren anfielen“, weiß der Experte aus Erfahrung.

„Und dafür ist nicht nur die mittlerweile hohe Inflationsrate verantwortlich“, sagt Matthias Heißner und findet deutliche Worte zum Vorhaben. „Die Verlängerung des Betrachtungszeitraums ist nichts anderes als ein Mietendeckel durch die Hintertür.“ Der veränderte Mietspiegel spiegele so immer weniger die aktuellen Verhältnisse wider.

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