Immobilienbranche: Brauchen hunderttausende Wohnungen für Geflüchtete

Foto: ZIA
ZIA-Präsident Andreas Mattner

Die Immobilienwirtschaft rechnet mit einem kurzfristigen Bedarf von Hunderttausenden Wohnungen in Deutschland für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Das zeigt eine Analyse, die der Spitzenverband Zentraler Immobilien-Ausschuss (ZIA) am Dienstag in Berlin vorlegte.

Demnach dürfte die Zahl der Flüchtenden aus dem Kriegsland im günstigsten Szenario bei mindestens 310.000 liegen, was 120.000 zusätzlichen Wohnungen entspreche. Im mittleren Szenario müsse sich Deutschland auf etwa 810.000 Flüchtende und einen Bedarf an 310.000 Wohnungen einstellen, wie das Forschungsinstitut Empirica für den ZIA berechnete. Im Maximalfall seien es bis zu 1,29 Millionen Menschen aus der Ukraine und 500.000 zusätzliche Wohnungen.

Knapp die Hälfte der Wohnungsnachfrage müsse durch Neubau gedeckt werden, betonte der Verband. Zum Vergleich: Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen – weit mehr, als 2020 fertig wurden (gut 306.000). Der mögliche Neubaubedarf im Zuge des Ukraine-Krieges sei aber grundsätzlich handhabbar, hieß es bei Empirica.

Es sei davon auszugehen, dass Flüchtende aus der Ukraine über ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau verfügten und eine hohe Erwerbsquote unter Frauen bestehe, so der ZIA. Das dürfte die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtern, aber auch zur Suche nach Wohnungen führen.

Der Verband bekräftigte seine Forderung nach einem Flüchtlingsgipfel mit Bund, Ländern und Gemeinden sowie der Wirtschaft und Hilfsorganisationen. Für die aus der Ukraine geflohenen Menschen müssten so schnell wie möglich ausreichende Kapazitäten geschaffen werden, sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. (dpa-AFX)

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