Beluga-Imperium: Das Insolvenzverfahren ist eröffnet

Das Amtsgericht Bremen hat das Insolvenzverfahren über 13 Gesellschaften der von Niels Stolberg gegründeten Beluga-Gruppe eröffnet. Darunter sind die Beluga Shipping GmbH, die Beluga Chartering GmbH sowie elf weitere Unternehmen, wie die Vizepräsidentin des Amtsgerichts, Ellen Best, mitteilte.

BelugaAls Insolvenzverwalter wurde Edgar Grönda eingesetzt. Dieser hatte bereits erklärt, er sehe keine Möglichkeit, die Reederei wieder in Fahrt zu bringen. Allerdings bestünden gute Chancen, langfristig einen Teil der Reederei-Arbeitsplätze am Standort Bremen zu erhalten. Beluga-Gründer Niels Stolberg hatte bei einer Vernehmung der Staatsanwaltschaft Bilanzfälschungen zugegeben und Anfang April 2011 zudem Privatinsolvenz angemeldet.

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, habe die von Investor Oaktree Capital Managementneu gegründete Reederei Hansa Heavy Lift ihren Betrieb aufgenommen. Mehrere Schiffe der ehemals weltgrößten Schwergutreederei Beluga sollen künftig für Heavy Lift mit Sitz in Bremen fahren. Insgesamt verfügt das neue Unternehmen nach Gröndas Angaben momentan über 17 Schiffe und 70 Mitarbeiter. „Damit ist eine Basis geschaffen für den langfristigen Erhalt von qualifizierten Reederei-Arbeitsplätzen mit der guten Chance einer mittelfristig auf 23 Schiffe wachsenden Schwergut-Flotte am Schifffahrtsstandort Bremen“, teilte der Insolvenzverwalter mit.

Mehrere hundert Mitarbeiter der Beluga-Reederei haben ihren Arbeitsplatz indes verloren. Der Insolvenzantrag war die Folge erheblicher Unregelmäßigkeiten bei dem Unternehmen. Ein Richter am Landgericht Oldenburg wird von der dpa wie folgt zitiert: „Es sind über lange Zeit Bilanzen gefälscht worden, damit Beluga einen guten Eindruck bei Oaktree macht“. (af)

Foto: Shutterstock

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