Garbe will kompletten Logistikbestand mit Photovoltaik ausstatten

Luftaufnahme von Garbe Logistikhallen in Walsrode
Foto: Garbe
Logistikhallen, hier in Walsrode, haben riesige Dachflächen. Auch Fassaden und Außenflächen bieten viel Potential für Solarenergieanlagen

Die Garbe Industrial Real Estate GmbH, Spezialist für Logistik-, Unternehmens- und Technologieimmobilien in Deutschland und Europa, setzt auf nachhaltigen Strom aus Sonnenenergie und plant, ihren verwalteten Logistikimmobilienbestand in den kommenden Jahren mit Photovoltaik (PV)-Anlagen auszustatten.

Hierfür wurde bereits 2020 die 100-prozentige Tochtergesellschaft Garbe Renewable Energy – Green GmbH (Garbe Green) gegründet, teilt das Unternehmen mit.

Jan Dietrich Hempel, Geschäftsführer der Garbe Industrial Real Estate GmbH sagt: „Logistikimmobilien sind im Vergleich zu anderen Assetklassen mit ihren großen Dächern, schlichten Fassaden und Rangier- sowie Parkflächen prädestiniert, um PV-Anlagen zu installieren und Solarenergie zu gewinnen. Auch der Eigenbedarf der Mieter ist mit 10 bis 20 Prozent vergleichsweise niedrig, so dass viel Strom eingespeist werden kann. Bei unseren Objekten sehen wir ein Potenzial von bis zu sechs Millionen Quadratmetern Fläche. Damit ließe sich zwischen 400 und 600 Megawatt PV-Leistung zur nachhaltigen Stromproduktion installieren.“

Garbe hat den Angaben zufolge bereits rund 230.000 Quadratmeter Dachflächen ausgestattet beziehungsweise in der Umsetzung, mit denen rund 25 Megawatt Sonnenstrom erzeugt werden können. „In diesem Jahr planen wir eine Zubauleistung von rund 50 bis 70 Megawatt. Unsere Bestandsimmobilien werden nachgerüstet, bei den Neubauten sind PV-Anlagen bereits standardmäßig eingeplant,“ erläutert Mathias Wasko, Geschäftsführer der Garbe Green.

„Gesetzgeber könnte nachbessern“

Für einen schnelleren Ausbau könnte der Gesetzgeber allerdings nachbessern. In Bezug auf den unlängst auf den Weg gebrachten Entwurf eines Gesetzes zu Sofortmaßnahmen für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und weiteren Maßnahmen im Stromsektor sagt Wasko: „Die Nutzung von PV-Anlagen ist eine sehr zukunftsorientierte und sinnvolle Maßnahme, die wir bei Garbe frühzeitig implementiert haben. Dennoch sehen wir im aktuellen Gesetzesentwurf erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten, um Solarenergie attraktiver und für unsere Hallenmieter einfacher nutzbar zu machen. So ist die direkte Versorgung mit selbst produziertem Strom nur sehr umständlich, beispielsweise durch die Installation von zwei PV-Anlagen, umsetzbar. Auch die Nutzung von Stromtarifen für andere Hallen, die sogenannte Umziehbarkeit, ist nicht mehr möglich, so dass wir in der Praxis mit erheblichen Einbußen rechnen müssen, wenn sich Baupläne ändern. Zudem sollte die Bagatellgrenze für Ausschreibungen auf ein Megawatt angehoben werden, wie es auch seitens der EU gefordert wird, um die Einspeisevergütung fairer zu gestalten.“

Die Tochtergesellschaft fungiert als interner Dienstleister bei Garbe und ist verantwortlich für die Finanzierung, Planung, Umsetzung und Betrieb der PV-Anlagen. So würden beispielsweise die PV-Paneele von der Garbe Green in China direkt erworben.

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