Biontech-Investor MIG bringt neuen Publikumsfonds

MIG Vorstand Michael Motschmann lehnt an einer Wand im Büro
Foto: MIG AG
Michael Motschmann, MIG: „Wir sehen 2022 einen starken Deal-flow."

Der Wagniskapitalgeber MIG Capital AG hat 2021 insgesamt 172,5 Millionen Euro aus Beteiligungsveräußerungen an die Anleger seiner Fonds ausgeschüttet und damit die Milliarden-Grenze überschritten. Ein neuer Fonds ist in den Vertrieb gegangen.

Zu der Performance im Jahr 2021 trug wiederum Biontech bei, aber auch der erfolgreiche Verkauf des Beteiligungsunternehmens Hemovent an MicroPort Surgical zu einem Gesamtpreis von bis zu 123 Millionen Euro, teilt MIG mit. Die Ausschüttungen seit Gründung des ersten MIG Fonds erhöhten sich damit auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Michael Motschmann, Managing Partner der MIG Capital AG: „Aufgrund der starken Performance unseres Portfolios konnten sich die Anleger mehrerer MIG Fonds erneut über erhebliche Ausschüttungen freuen. Dazu hat die Veräußerung unserer Beteiligung an Biontech wesentlich beigetragen. Zahlreiche MIG-Anleger waren über MIG Fonds an dem epochalen Erfolg dieses Unternehmens beteiligt und gehörten zu den Erstinvestoren von Biontech.“ Das Unternehmen hat den ersten Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt und auf den Markt gebracht.

Neue Beteiligungsunternehmen

„Erfreulich waren auch die Fortschritte in unserem Portfolio mit zahlreichen operativen Meilensteinen, erfolgreichen Exits und vielversprechenden neuen Beteiligungen“, so Motschmann weiter. Im Geschäftsjahr 2021 erweiterte die MIG Capital AG das Portfolio ihrer verwalteten Fonds demnach um neue Beteiligungsunternehmen:

  • Im Februar 2021 investierten die MIG Fonds 4, 6 und 16 in das französische „Deep-Tech“-Unternehmen Zadient Technologies im Rahmen einer Seed-Finanzierung. Zadient ist auf die Herstellung von Siliziumkarbid (SiC) als Basis für Leistungshalbleiter spezialisiert. MIG knüpfe damit an das erfolgreiche Engagement bei Siltectra an, das im Jahr 2018 an Infineon veräußert wurde.
  • Ebenfalls im Februar 2021 tätigte der MIG Fonds 16 ein Neuinvestment in das Medizintechnikunternehmen Creative Balloons im Rahmen einer Wachstumsfinanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro. Creative Balloons fokussiert sich auf die Erforschung und Herstellung von High-Performance-Kathetern in der Intensivmedizin.
  • Im Oktober 2021 führte MIG Capital mit dem MIG Fonds 16 die B-Runden-Finanzierung in Höhe von 65 Millionen Euro bei iOmx Therapeutics an. Die Finanzierung ermöglicht dem Biotech-Unternehmen iOmx, die klinische Validierung seiner innovativen Plattform zur Entdeckung neuer Immun-Checkpoints für die Krebstherapie voranzutreiben.
  • Im Rahmen einer B-Runden-Finanzierung beteiligte sich im Dezember der MIG Fonds 16 erstmals an Mimi Hearing. Die Finanzierungsrunde von 22,5 Millionen Euro wurde von MIG Capital angeführt. Mimi Hearing entwickelt eine Technologieplattform für Hörgesundheit und Audiokonsum.

Mit diesen Neuinvestitionen und zusammen mit Nachfinanzierungen in das bestehende Portfolio investierten die MIG Fonds im Geschäftsjahr 2021 insgesamt rund 55 Millionen Euro (Vorjahr 46 Millionen Euro). Die MIG Portfoliounternehmen erhielten 2021 von den MIG Fonds und ihren Co-Investoren Mittel mit einem Gesamtvolumen von rund 275 Millionen Euro (Vorjahr 170 Million Euro).

Operative und kommerzielle Fortschritte

Viele Portfoliounternehmen erzielten im abgelaufenen Jahr der Mitteilung zufolge wesentliche operative und kommerzielle Fortschritte. Die Wiener Affiris AG veräußerte im Juli ihr Parkinson-Programm für 58,7 Millionen US-Dollar in Aktien an die börsennotierte Schweizer AC Immune SA. Und noch im Dezember 2021 „verpartnerte“ Affiris ihr PCSK9-Programm zur Behandlung der Hypercholesterinämie mit dem chinesischen Biotechnologieunternehmen Frontier Biotechnologies, das dieses Programm in China weiterentwickeln und vermarkten wird.

IQM Finland hat im Jahr 2021 ihre erste Quantencomputer-Fertigungsstätte in Finnland eröffnet. Darüber hinaus konnte mit einem betriebsbereiten 5-Qubit-Quantencomputer ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem Quantencomputer mit 54 Qubit erreicht werden, so MIG. Außerdem profitiere das deutsch-finnische Unternehmen von Fördermitteln des Bundesforschungsministeriums in Höhe von über 40 Millionen Euro für den Ausbau der Quantencomputer-Technologie in Deutschland. Unter Führung von IQM wird im Rahmen des Projekts ein Quantencomputer in das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften integriert.

Fonds der Generation 17 von der BaFin genehmigt

Das Fundraising für den neuen MIG Fonds 16 wurde zum Jahresende mit einem Volumen von rund 148 Millionen Euro geschlossen. Allein 2021 entschlossen sich Anleger aus Deutschland und Österreich zu Investitionen in Höhe von 110 Millionen Euro. Seit 2005 sammelten die bisher 16 MIG Fonds somit 1,2 Milliarden Euro ein, um sie in innovative junge Unternehmen aus Deep-Tech und Life Sciences zu investieren. Ein Fonds der Generation 17 ist von der BaFin genehmigt und das Fundraising hat begonnen.

Michael Motschmann zum laufenden Jahr: „Wir sehen 2022 einen starken Deal-flow und bleiben unserem strategischen Fokus auf junge Innovationsführer mit bahnbrechenden Produkten auf der Grundlage von Spitzentechnologie und überzeugendem Management treu. Die gute Entwicklung vieler Portfoliounternehmen, die nun ein fortgeschrittenes Reifestadium erreichen, eröffnet attraktive Exit-Optionen.“

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