Produktknappheit am Primärmarkt lässt Zweitmarkt florieren

Der Handel mit Secondhand-Anteilen floriert, viele Anleger weichen angesichts der Produktknappheit am Erstmarkt auf den Zweitmarkt aus. Nach der Übernahme der DZAG durch die Fondsbörse Deutschland sehen beide Handelsplattformen hervorragende Zukunftsperspektiven.

Jan-Peter Schmidt, Vorstand der Deutschen Zweitmarkt AG: „Wer einmal am Zweitmarkt aktiv war, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder“.

Der Zweitmarkt hat sich neu sortiert: Im vergangenen Oktober gaben die beiden Handelsplattformen Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG und Deutsche Zweitmarkt AG (DZAG) bekannt, dass die Fondsbörse 100 Prozent der Anteile an der DZAG von Salomon Invest und der Atalanta Beteiligungsgesellschaft übernimmt.

Überraschender Schritt

Der Schritt kam durchaus überraschend, kaum jemand in der Branche hatte zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet. Ein funktionierender Zweitmarkt sei Voraussetzung für die Rückgewinnung des Vertrauens in unternehmerische Beteiligungen insgesamt, erklärten die Vorstände Alex Gadeberg (Fondsbörse) und Jan-Peter Schmidt (DZAG) unisono. Deshalb sei die Idee gereift, den fragmentierten Zweitmarkt zu konzentrieren.

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„Es geht uns darum, den Markt als Ganzes zu stärken, um damit unsere eigene Geschäftsgrundlage langfristig zu sichern“, sagte Schmidt. Die beiden Maklerunternehmen versprechen sich von der Übernahme neben Kostenvorteilen vor allem eine Bündelung von Liquidität und damit eine erhöhte Abschlusswahrscheinlichkeit für die Marktteilnehmer. Operativ agieren sie weiter unabhängig voneinander.

Stabile Rahmenbedingungen

Für stabile Rahmenbedingungen sorgte die Umsatzentwicklung am Zweitmarkt: 2014 konnten die Fondsbörse Deutschland und die DZAG einen gemeinsamen Handelsumsatz von 212 Millionen Euro erzielen.

Das größte Fondssegment machen Immobilienfonds mit einem Anteil von 65 Prozent am Handelsvolumen aus, zweitgrößtes Segment waren mit 20 Prozent erstmals die sonstigen Fonds vor Schiffsbeteiligungen mit 15 Prozent.

Besonders in Anbetracht der Produktknappheit am Primärmarkt weichen derzeit viele Investoren auf den Zweitmarkt aus. Laut einer Umfrage der DZAG aus dem vergangenen Jahr betrachten drei von vier Anlegern, die sich für Sachwertanlagen interessierten, den Zweitmarkt als spannende Alternative zum Erstmarkt.

Seite zwei: Hohe Kundenbindung

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