18. Januar 2016, 10:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzmarktnovelle: Entgleist der Regulierungs-Zug?

Der Entwurf für das 1. Finanzmarktnovellierungsgesetz hinterlässt den Eindruck, dass die Regulierung immer chaotischer wird. Der Löwer-Kommentar

Stefan-Loewer2 in Finanzmarktnovelle: Entgleist der Regulierungs-Zug?

“Dass bereits innerhalb eines Gesetzentwurfs Änderungen der Änderungen vorgenommen werden, dürfte ein Novum sein.”

Im Grundsatz war das erwartet worden: Nach der voraussichtlichen Verschiebung der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II auf Anfang 2018 hat die Bundesregierung nun einen deutlich abgespeckten Entwurf für ein Finanzmarktnovellierungsgesetz (FinmanoG) verabschiedet.

Gegenüber dem ersten Entwurf vom Oktober 2015 wurden die Vorschriften mit Bezug zur MiFID II entfernt und deren Umsetzung in einem 2. FinmanoG angekündigt. So weit, so vorhersehbar.

Doch der Gesetzentwurf nährt die Befürchtung, dass das Regulierungs-Rad sich nicht nur immer schneller dreht, sondern der Zug endgültig zu entgleisen droht.

Direkter Bezug auf EU-Vorschriften

Da ist zunächst der Umfang: Obwohl auch die ursprünglich vorgesehene komplett neue Nummerierung der Paragrafen im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) entfallen ist, bleiben inklusive Begründung noch 98 Seiten für die Umsetzung verschiedener anderer EU-Richtlinien und -Verordnungen übrig, davon noch immer 22 Seiten Änderungen im WpHG.

Zudem nimmt ein Großteil der Neuregelungen direkten Bezug auf die EU-Vorschriften, zu denen dann noch umfangreiche “Technische Regulierungsstandards” zu beachten sind, die zum großen Teil erst im Entwurf und nur auf englisch vorliegen.

Seite 2: Überfall auf Container-Investments

1 Kommentar

  1. Es gibt sowieso einen „Tsunami“ bei „Vermittlern“, die ja jetzt durch die „Beweislastumkehr“ zu „Beratern“ werden müssen. Nur wer gerichtsfeste Dokumente hat, dass er sein Finanzmarktprodukt auf Herz&Nieren in Sachen Ziele&Wünsche, Angepasstheit, Wertschwankungsverträglichkeit von z.B. 50 % beim Kunden vor der Vermittlung geprüft hat, wird ohne Umsonst-Beratungen und Stornos überleben können. Spaß am Beruf werden nur noch diejenigen haben, die sich diesen Zeitaufwand gegen ein Honorar absichern, wenn es nicht zu Umsetzungshilfen kommt, wie Joachim König berichtet :s. Erfahrungsbericht bei http://www.mwsbraun.de.

    Kommentar von Frank L. Braun — 20. Januar 2016 @ 10:22

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Brasilien rodet und Zurich pflanzt

In Brasilien fällt immer mehr tropischer Regenwald Rodungen zum Opfer. Mit fatalen Folgen für das Klima und die Artenvielfalt. Die Zurich setzt nun ein Zeichen und unterstützt die Wiederherstellung der Artenvielfalt durch die Anpflanzung von einer Million Bäumen in Brasilien. Partner des Projektes ist die brasilianische Non-Profit-Organisation “Instituto Terra”.

mehr ...

Immobilien

Leipzigs Wohnungsmarkt dreht in Richtung Überversorgung

Leipzig verfügt über einen bezahlbaren Wohnungsmarkt ohne Anspannung. Mehr noch: Aufgrund gegenläufiger Tendenzen – ein stark steigendes Angebot trifft auf eine einbrechende Nachfrage – droht der Markt in Richtung Überversorgung zu drehen.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Krise trifft europäische Banken härter als ihre US-Wettbewerber

Die von der Coronakrise ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen, haben US-Banken scheinbar besser weggesteckt als ihre europäischen Pendants. Das zeigt zumindest eine Untersuchung der Deutschen Bank.

mehr ...

Berater

Mehr Haftpflichtverträge durch Hunde-Boom

Während der Coronapandemie scheint die Sehnsucht nach einem Hund zu wachsen. Hundezüchter vermelden einen Ansturm auf Welpen, viele Tierheime sind wie leergefegt. Bei der R+V Versicherung spiegelt sich dieser Trend in einem deutlichen Anstieg der Hundehaftpflicht- und Operationskostenversicherung wieder.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate: Mega-Deal mit ehemaligem Quelle-Areal in Nürnberg

Der Immobilien- und Investment-Manager Corestate Capital Group hat den Hauptabschnitt der Trophy-Quartiersentwicklung “The Q” in Nürnberg für einen Fonds der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) erworben. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf über 300 Millionen Euro. 

mehr ...

Recht

Insolvenz wegen Corona: Wie Unternehmer das als Chance nutzen

Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen viele Unternehmen, einige stehen vor dem Aus. Eine Insolvenz kann ein Ausweg aus der Misere sein. Was gilt es zu beachten und was bringen die seit März 2020 geltenden Erleichterungen des Insolvenzrechts?

mehr ...