Anzeige
29. Februar 2016, 10:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Haben AIF wirklich ruinöse Risiken?

Die Risikohinweise in AIF-Prospekten sind häufig maßlos übertrieben. Das hilft weder den Anlegern noch der KVG oder dem Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

Haben AIF wirklich ruinöse Risiken?

“Nicht ganz zu Unrecht könnte ein Anlegeranwalt später argumentieren, dass die ausufernden und übertriebenen Ausführungen die tatsächlich relevanten Risiken vernebelt haben.”

“Das maximale Risiko der Beteiligung ist die Privatinsolvenz des Anlegers.” Dieser Satz ist so oder ähnlich in fast allen Prospekten alternativer Investmentfonds (AIF) zu lesen.

Ausnahmen bestätigen, dass es nicht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist, die diesen Hinweis verlangt. Die Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) machen das freiwillig. Aber wieso? Haben AIF wirklich derart ruinöse Risiken, obwohl das KAGB doch Nachschusspflichten gesetzlich ausschließt?

Quatsch. Die Warnung ist regelmäßig maßlos übertrieben. Meistens steht sie in erster Linie in Zusammenhang mit der Information, dass ein Anleger, der persönlich einen Kredit zur Finanzierung seiner Beteiligung aufnimmt, diesen auch persönlich und unabhängig von Rückflüssen aus dem AIF bedienen muss. Doch das versteht sich von selbst und wäre auch bei jeder anderen Kapitalanlage so, wird aber nur in AIF-Prospekten regelmäßig thematisiert. Warum bloß?

Überbleibsel aus “grauer” Vorzeit

Es handelt sich um ein Überbleibsel aus der Urzeit des “grauen” Kapitalmarkts, in der die persönliche Refinanzierung des Anlegers nicht selten zur Hebelung von Steuervorteilen (Verlustzuweisungen) fester Bestandteil des Fondskonzepts war oder von Vertrieben systematisch als “verbundenes Geschäft” mitverkauft wurde. Das ist längst Geschichte. Doch in Bezug auf die Prospekte handelt es sich offenbar noch immer um eine Abschreibungsbranche: Jeder schreibt von jedem ab – auch über Jahre und von sich selbst.

Nur so ist zu erklären, dass der Hinweis auf die persönliche Refinanzierung und ihre Folgen noch immer in den AIF-Prospekten enthalten ist, obwohl er komplett überflüssig ist. Genauso gut könnte in der Bedienungsanleitung eines Autos davor gewarnt werden, dass es nicht fährt, wenn man das Benzin nicht bezahlen kann.

Hinzu kommt: Die Angabe eines “maximalen Risikos” ist in AIF-Prospekten überhaupt nicht notwendig. Diese Information ist nur für Angebote nach dem Vermögensanlagengesetz vorgeschrieben, nicht aber im KAGB. Bei AIF reicht die Auflistung der Einzelrisiken und das “Risikoprofil”. Die Insolvenz des Fonds – also das Totalverlustrisiko – sollte dabei wohl nicht fehlen, aber noch nicht einmal das ist im KAGB explizit vorgeschrieben.

Seite zwei: Ausufernde Risikohinweise

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Service-Ranking: Deutschlands beste Direktversicherer

Welche deutschen Direktversicherer bieten ihren Kunden den besten Kundenservice? Das Kölner Beratungsunternehmen Servicevalue hat Kunden der Versicherungsgesellschaften hierzu befragt. Zwei Anbieter sicherten sich dabei einen der begehrten “Gold-Ränge”.

mehr ...

Immobilien

Individuelle Konzepte für die Baufinanzierung

Cash. sprach mit Robert Annabrunner, Bereichsleiter Vertrieb 
Deutsche Postbank/DSL Bank, darüber, welche Anforderungen die Kunden an
 eine professionelle Baufinanzierungsberatung stellen und in welcher Weise
 die DSL Bank ihre angeschlossenen Partnervermittler unterstützt.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...