„Der Markt blickt nach vorn“

Cash. sprach mit Wolfgang Menzl, Geschäftsführer von Conti Corona, über das Erfordernis von Leistungsbilanzen in Krisenzeiten, die Strategie der Einnahmepoolung und die Chartermärkte für Containerschiffe und Bulker.

Wolfgang Menzl: „Eine wesentliche Besserung der Charterraten für Containerschiffe und Bulker kann für das Jahr 2016 nicht erwartet werden.“

Cash.: Herr Menzl, Conti zählt zu den wenigen Anbietern von Schiffsbeteiligungen, die trotz der bereits seit 2008 anhaltenden Krise der internationalen Chartermärkte bislang keine Insolvenzen eines Fonds zu verzeichnen hatten. Wie ist das gelungen?

Menzl: In der nunmehr 46-jährigen Unternehmensgeschichte hat Conti schon viele Aufs und Abs der Märkte, aber auch globale Krisen miterlebt. Die bis heute anhaltende Krise ist die längste und wohl herausforderndste. Dementsprechend verfügt Conti über eine umfassende Erfahrung.

Dabei war es immer das Wichtigste, aus Krisen zu lernen und diese Erkenntnisse auch konsequent mit dem bestehenden Assetmanagement abzugleichen und falls notwendig Anpassungen vorzunehmen. So lässt sich das bisher Erreichte natürlich nicht mit einer einzelnen Maßnahme erklären.

Welche Maßnahmen waren aus Ihrer Sicht besonders wichtig?

Als langfristig richtig haben sich über Jahrzehnte die strengen Investitionsgrundsätze bewährt, auf deren Basis Beteiligungsprojekte für Investoren möglichst konservativ konzipiert werden. Diese Investitionsgrundsätze lassen sich nur aktiv gestalten, wenn die darin enthaltenen Prozesse innerhalb der Unternehmensgruppe gesteuert werden können.

Genau hier liegt der Vorteil unseres ganzheitlichen Managements. Während der Betriebsphase werden darüber hinaus kaufmännische Grundsätze verfolgt, wie zum Beispiel mittels Sondertilgungen die Risiken der Kredite für die Schiffsgesellschaften schnellstmöglich abzubauen. Über unsere Flotte gesehen beträgt der kumulierte Tilgungsvorsprung rund 240 Millionen Euro.

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Eine weitere erfolgreiche Maßnahme, die Einnahmepoolung, wurde aus den Erkenntnissen der Krisen der Jahre 1998/99 und 2001/02 abgeleitet. Konsequent umgesetzt dient sie der Absicherung der Schiffsgesellschaften vor Marktschwankungen.

Seite zwei: „Eine Leistungsbilanz ist und bleibt eine Visitenkarte

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