Der Performance-Bericht – ein Auslaufmodell?

Das hat sich schon geändert, seit der BSI die Maßstäbe 2014 mit seinem Standard für „Performance Berichte“ aufgeweicht und die Abgabe nur noch zu einer „freiwilligen Verpflichtung“ gemacht hat, deren Verletzung keine Sanktionen nach sich zieht. Seitdem sind Soll-Ist-Vergleiche sowie die Darstellung der einzelnen Fonds nicht mehr erforderlich, was den Informationsgehalt mancher Berichte deutlich einschränkt.

Gar keinen Performance-Bericht mehr abzugeben jedoch ist neu. Nun ist das nicht vorgeschrieben, und jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, ob es glaubt, dass Vertrieb und Anleger – sowie Analysten und Fachjournaille – das ohne weiteres hinnehmen werden.

Für die Sachwertbrache insgesamt jedoch ist die Absage der drei KVGen kein besonders gutes Signal und auch ein dicker Klotz am Bein von Gero Gosslar für seinen Start als Leiter der neuen ZIA-Sparte „Investitionskapital“. In dieser Position vertritt Gosslar, der auch stellvertretender ZIA-Geschäftsführer und noch Direktor des BSI ist, dort die Rest-BSI-Mitglieder und tritt die Nachfolge des scheidenden BSI-Chefs Eric Romba an.

Drei nicht ganz unwichtige BSI-Mitglieder

Schließlich sind alle drei KVGen BSI-Mitglieder – und zwar nicht die unwichtigsten. WealthCap zählt als Bankentochter zu den platzierungsstärksten Häusern, Hannover Leasing ist in Person ihres Geschäftsführers Michael Ruhl gar im noch aktuellen BSI-Vorstand vertreten und LHI-Chef Oliver Porr war bis November 2015 dessen Vorsitzender, also auch bei der Verabschiedung des neuen BSI-Standards. So wirkt die Absage der drei fast wie eine Sabotage-Aktion.

Was auch immer dahinter stecken mag: Für die Branche ist es nicht gut. Sollte der Verzicht auf einen Performance-Bericht Schule machen, droht sie wieder dahin zurückzufallen, wo sie in – ganz frühen – „grauen“ Zeiten schon einmal war: Es gibt keinen einheitlichen Standard und jeder stellt seine Ergebnisse so dar, wie es für ihn das Beste ist. Oder eben gar nicht.

Damit steht stets auch der Verdacht im Raum, dass schlechte Ergebnisse unter den Teppich gekehrt werden sollen – in manchen Fällen vielleicht nicht ganz zu unrecht. Ob das wirklich zu der allseits angestrebten weiteren Imageverbesserung der Branche beitragen wird?

Nach dem Verzicht auf Prognoserechnungen und die bildliche Darstellung der konkreten Sachwerte in vielen Prospekten wäre zudem ein weiterer Punkt dahin, mit dem sich die Sachwerte von dem Einheitsbrei der farblosen offenen Investmentprodukte abheben können: Die transparente und einheitliche Zusammenfassung der Vergangenheit.

Seite 3: Begründungen für den Verzicht

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