Ernst Russ lässt Marenave vom Haken

Die Ernst Russ Gruppe hat nach Streit mit dem anderen Großaktionär, der Deutschen Balaton AG, ihr Aktienpaket an der Marenave Schiffahrts AG veräußert. Die Deutsche Balaton übernimmt die Mehrheit.

Eigentlich geht es bei Marenave um Schifffahrt, allerdings seit 2017 ohne eigene Schiffe.

Der Fokus des Engagements der Ernst Russ Gruppe lag auf der Wiederherstellung der Geschäftstätigkeit und der Neuausrichtung der Marenave Schiffahrts AG im maritimen Bereich, heißt es in einer Mitteilung von Ernst Russ (ehemals HCI Capital). „Dies deckte sich mit dem strategischen Ansatz der Ernst Russ Gruppe und bot Potential, eine erfolgreiche Partnerschaft einzugehen“, so die Mitteilung

Nach Übernahme eines größeren Aktienpaketes im Januar 2018 hielt die Deutsche Balaton AG insgesamt 21,34 Prozent aller Aktien. „Die unterschiedlichen Auffassungen der beiden Großaktionäre, Ernst Russ Gruppe und Deutsche Balaton AG, bezüglich des Geschäftsmodells und der strategischen Neuausrichtung der Marenave Schiffahrts AG, erschwerten eine für die Gesellschaft notwendige konstruktive und zielgerichtete Umsetzung“, so die Mitteilung weiter.

„Alternativen forcieren“

Vor diesem Hintergrund habe die Ernst Russ Gruppe sich für einen Ausstieg aus der Marenave Schiffahrts AG entschieden und es sei ein „für alle Parteien zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“ worden. Über die Details der Transaktionen hätten die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart.

Die Ernst Russ Gruppe werde ihre Strategie konsequent weiter verfolgen und erfolgsversprechende Alternativen mit strategischen Partnerschaften im Bereich Schiff forcieren.

Marenave teilte zudem mit, die Deutsche Balaton AG habe ihr den Besitz von 51,69 Prozent der Stimmrechte angezeigt und ein Pflichtangebot zur Übernahme der restlichen Aktien angekündigt.

Ernst Russ hatte seit Dezember 2016 in mehreren Schritten Aktien der Marenave erworben und hielt zuletzt knapp 30 Prozent. Im Streit mit dem Marenave-Vorstand und dem damaligen Aufsichtsrat hatte Russ sich zunächst durchgesetzt. Zuletzt ging es allerdings nur noch um eine leere Hülle mit Börsennotierung, nachdem Marenave 2017 alle Schiffe verkauft hatte. (sl)

Foto: Shutterstock

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