25. Juni 2018, 10:02
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P&R und Schiffsfonds: Der Vergleich hinkt

Cash.Online ist nicht nur ein Informations-, sondern auch ein Meinungsmedium und veröffentlicht manchmal auch Ansichten Dritter, die sich nicht immer mit der Auffassung der Redaktion decken. Gelegentlich ist Widerspruch angebracht. Der Löwer-Kommentar

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“Noch bis weit nach 2008 waren Schiffsfonds neben US-Immobilien die erfolgreichste Anlageklasse.”

In der vergangenen Woche hat der Rechtsanwalt Niels Andersen aus der Kanzlei APS Financial Law einen Gastbeitrag auf Cash.Online beigesteuert. Er befasst sich mit Parallelen zwischen dem Debakel bei Schiffsfonds, über das er ein Buch geschrieben hat, und der Pleite von Gesellschaften des Containeranbieters P&R.

Schiffsfonds waren demnach von vornherein eine „völlige Fehlkonstruktion“, bei sich nur die Emissionshäuser, Reeder und Banken die Taschen vollgestopft haben. Den Anlegern wurde eine Sachwertinvestition lediglich vorgegaukelt, aber wegen der teilweisen Kreditfinanzierung stattdessen meist ein reines Finanzinvestment verkauft, so die – vielleicht etwas plakative – Kurzfassung des Beitrags.

Ähnlich sehe es nach den bisher vorliegenden Informationen im Fall P&R aus. Auch hier handelte es sich statt um einen Sachwert nur um ein Finanzkonstrukt und es stehe auch hier zu befürchten, „dass die Initiatoren kein ehrliches Interesse am Erfolg der Produkte hatten, sondern nur auf ihren Vorteil bedacht waren“, so Andersen. Doch der Vergleich hinkt gewaltig – in zweierlei Hinsicht.

Alle Schiffe gab es wirklich

Erstens steht – anders als bei P&R – bei keinem einzigen Schiffsfonds der Verdacht eines systematischen Betrugs im Raum (mit Ausnahme von Beluga gegenüber Banken sowie einem professionellen Private-Equity-Investor). Schon gar nicht wurden über Jahre Sachwerte verkauft, die zum großen Teil gar nicht vorhanden waren und/oder vertragswidrig vorzeitig verkauft wurden, um nach Art eines Schneeballsystems fällige Verpflichtungen zu erfüllen, so wie bei P&R zu befürchten ist. Alle Schiffe gab es wirklich.

Zweitens waren Schiffsfonds – im Gegensatz zu einem Schneeballsystem – keineswegs von vorherein zum Scheitern verurteilt. Im Gegenteil: Schiffsbeteiligungen haben für die Anleger über viele Jahre exzellente Ergebnisse auf den Weltmeeren eingefahren. Und das aus echten, eigenen Erträgen inklusive Verkauf der Frachter an Dritte.

Noch bis weit nach 2008 handelte es sich neben US-Immobilien um die erfolgreichste Assetklasse der Sachwertanlagen, vielfach mit ausgezeichneten Leistungsbilanzen.

Seite 2: Transparenz-Niveau ausgesprochen hoch

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1 Kommentar

  1. Bravo. Leider macht diese unsachliche Bewertung von Geschlossenen Fonds Mode, Danke für den Widerspruch.

    Kommentar von Jürgen Braatz — 27. Juni 2018 @ 09:42

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