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10. Oktober 2007, 00:00
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Deutsche wissen nicht, wie der Staat Vorsorge fördert

Vier Fünftel der Deutschen fühlen sich über die staatliche Altersvorsorge informiert. Mehr als die Hälfte (54,9 Prozent) kennt die Riester-Rente und 45,7 Prozent wissen, dass Sie betriebliche Altersvorsorge (bAV) nutzen können.
Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Universität Freiburg unter Leitung von Professor Dr. Bernd Raffelhüschen. Beauftragt wurde das Institut von der auf Altersvorsorgelösungen spezialisierten Neue Leben Versicherungen, Hamburg. ?Klar ist, das Wissen um die staatliche Altersvorsorge hängt vom Einkommensniveau der Menschen ab?, resümiert Raffelhüschen.

Dabei bestehen im Nordosten größere Wissenslücken als im Südwesten Deutschlands. Insbesondere Arbeitnehmer mit einem niedrigen Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro monatlich haben große Informationsdefizite: Gerade 40 Prozent kennen sich mit der bAV aus. Bei den 18 bis 24-Jährigen fühlen sich ebenfalls rund 40 Prozent der Befragten über kein einziges Altersvorsorgeprodukt informiert, obwohl diese Gruppe besonders vom demografischen Wandel beeinflusst sein wird.

Bei der Entscheidung für die private Altersvorsorge ist für 70 Prozent die staatliche Förderung relevant. Aber mehr als die Hälfte unterschätzt die maximale Summe der staatlichen Unterstützung. Diese beträgt nämlich für jeden, der Sie in Anspruch nimmt, durchschnittlich 740 Euro pro Jahr. So denken etwa 14,2 Prozent, dass die höchste Summe pro Jahr zwischen 100 und 200 Euro jährlich liegt. Mehr als ein Drittel (34,7 Prozent) hat keine Ahnung, in welcher Höhe der Staat überhaupt fördert.

Raffelhüschen sagte zudem, wenn sich zeige, dass vor allem Einkommensschwache die finanziellen Anreize des Staates zur Vorsorge nicht nutzen, die Regierung spätestens in 2011 erneut die Frage nach der obligatorischen privaten Rentenversicherung diskutieren würde. Hinsichtlich des monatlichen Sparaufwands für die private Rente gibt es nämlich gravierende Unterschiede: Aufgeschlüsselt nach Einkommen legen Berufstätige mit einem Nettohaushaltsbudget zwischen 1.000 und 2.000 Euro im Durchschnitt monatlich 132 Euro auf die hohe Kante. In der Gruppe mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3.000 bis 4.000 Euro ist die Sparquote mit 274 Euro bereits doppelt so groß. 23,2 Prozent sparen weniger als 100 Euro und fast jeder Zehnte (9,8 Prozent) tut gar nichts in den Sparstrumf. Selbstständige legen mit 370 Euro am meisten für die Rente zurück. ?Positiv anzumerken ist, dass wenn die Deutschen sparen, dann für ihre Altersvorsorge?, sekundiert Raffelhüschen.

Neue Leben Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Löckener zog aus der Studie das Fazit, dass die Bundesbürger sich zwar darüber bewusst seien, dass sie die Verantwortung für ein entsprechendes Auskommen im Ruhestand selbst tragen müssen. Allerdings seien sie von der Notwendigkeit, selbst die Initiative zu ergreifen, schlichtweg überfordert. Er appellierte an die Regierung, die Medien und Finanzdienstleister, weiterhin Informations- und Überzeugungsarbeit in Sachen Vorsorge zu leisten. (aks)

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