bAV: Unternehmen knausern zunehmend

Die Zahl der Empfänger einer betrieblichen Alterversorgung (bAV) ist im Top-Management rückläufig, bleibt aber weiter auf hohem Niveau: Rund drei Viertel der Geschäftsführer und 71 Prozent der Führungskräfte hierzulande haben die Zusage ihres Unternehmens für eine solche Zusatzleistung. Zu diesem Ergebnis kommt die Gummersbacher Unternehmensberatung Kienbaum in einer aktuellen Studie.

Noch vor zehn Jahren hatten 83 Prozent der Geschäftsführer und 75 Prozent der Führungskräfte eine bAV. ?Gerade bei Geschäftsführern reicht die gesetzliche Sozialversicherungsrente nicht aus, um nach der Pensionierung den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Die bAV ist aber die mit Abstand teuerste Zusatzleistung. Daher sehen die Unternehmen hier ein großes Einsparpotenzial?, erklärt Christian Näser, Vergütungsexperte der Managementberatung Kienbaum.

Die Unternehmensgröße ist den Kienbaum-Analysten zufolge in hohem Maße entscheidend dafür, ob Unternehmen eine Altersversorgung anbieten. Bei über 2.000 Mitarbeitern haben 90 Prozent der Geschäftsführer eine Versorgungszusage. Zählt die Belegschaft weniger als 100 Mitarbeiter, sind es lediglich 70 Prozent.

Deutliche Unterschiede hat Kienbaum bei den Zusageformen der bAV ausgemacht. So findet die beitragsabhängige Leistungszusage bei lediglich 31 Prozent der Geschäftsführer Verbreitung. Die klassische Leistungszusage haben dagegen 59 Prozent. Das heißt, dass ihnen ein bestimmter Betrag beziehungsweise ein bestimmtes Versorgungsniveau zugesagt wird. Bei den Leitenden Angestellten ergibt sich ein umgekehrtes Bild. Dort bezieht mit 54 Prozent die Mehrheit beitragsabhängige Leistungszusagen. Die spätere Versorgungsleistung ergibt sich hier aus einem festgelegten Beitrag und einem bestimmten Zinssatz.

?Es ist seit geraumer Zeit ein deutlicher Trend hin zur beitragsabhängigen Leistungszusage zu erkennen, denn die Kosten lassen sich für den Arbeitgeber besser kalkulieren als bei der klassischen Variante ?, so Näser. (hb)

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