„Die wirklich Leidtragenden sind die Mitarbeiter“

Nachdem cash-online Mitte der Woche Bâloise-Chef Dr. Martin Strobel zum Machtkampf um den Deutschen Ring befragt hat, ist nun Signal-Iduna/Deutscher-Ring-Kranken-Boss Reinhold Schulte an der Reihe.

Reinhold Schulte, Signal Iduna/DRK
Reinhold Schulte, Signal Iduna/DRK

cash-online: Wie ist der Verhandlungsstand zwischen Bâloise und Signal Iduna/DRK über die Zukunft des Deutschen Rings?

Schulte: Wir würden gerne Fortschritte in den Verhandlungen erzielen, haben auch wirtschaftlich sinnvolle Vorschläge zur Lösung dieser komplexen Situation bei der Unternehmensgruppe Deutscher Ring unterbreitet und warten momentan auf eine Antwort der Bâloise.

cash-online: Wo liegt das Problem?

Schulte: Deutscher Ring Sach, Leben und Kranken agieren seit Jahrzehnten wie ein Unternehmen. Das war sowohl von der Bâloise als auch vom Deutscher Ring Krankenversicherungsverein so gewollt. In Folge dessen gibt es fast 1.000 Mitarbeiter, die sowohl einen Vertrag mit der Leben als auch mit der Kranken haben. Wir nutzen gemeinsam ein IT-System und haben gemeinsame Vertriebe. Dieses eng verflochtene Konvolut aufzulösen dauert etwa zweieinhalb Jahre, schwächt die Position aller Deutscher-Ring-Gesellschaften am Markt und kostet große Summen. Experten erwarten, dass eine Entflechtung hohe zweistellige Millionenbeträge, möglicherweise sogar einen dreistelligen Millionenbetrag kostet. Das zeigt: Eine Zerschlagung der Unternehmensgruppe Deutscher Ring ist wirtschaftlich widersinnig.

cash-online: Wie soll dieser Konflikt dann gelöst werden?

Schulte: Signal Iduna sucht eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung, denn hohe Kosten fallen auf die Versicherten zurück – und das werden wir als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit unseren Mitgliedern gegenüber nicht verantworten können. Die Suche nach einer wirtschaftlich sinnvollen Lösung findet allerdings nicht das Echo, das wir bei einer börsennotierten Gesellschaft erwartet hätten.

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