Gewinneinbruch bei Swiss Life

Der Swiss Life Holding AG, Zürich, hat laut vorläufigen Zahlen in 2008 nur noch ein Viertel des Vorjahresgewinns erzielen können – Medienberichten zufolge wollen die Schweizer auch die unliebsame Beteiligung am Finanzdienstleister MLP verringern.

Wegen Abschreibungen und realisierten Verlusten auf Kapitalanlagen infolge der Finanzkrise sank der Reingewinn des Lebensversicherers von 1,37 Milliarden auf 340 Millionen Franken (228 Millionen Euro). Und das trotz eines Sondergewinns von 1,5 Milliarden Franken aus dem Verkauf von Unternehmensteilen. Zudem nahm Swiss Life für seine MLP-Beteiligung eine Wertberichtigung von rund 100 Millionen Euro vor.

„2008 war aus Kapitalmarktsicht ein enttäuschendes Jahr“, erklärt Konzernchef Bruno Pfister. Operativ habe Swiss Life in vielen Bereichen Fortschritte erzielt und mit neuen Produkten in allen Märkten ihre Position für die Zukunft gestärkt. Die Gesellschaft werde auch unter anhaltend schwierigen Marktbedingungen und dem aktuell tiefen Zinsniveau einen Kapitalertrag erzielen können, der über den den Kunden garantierten Leistungen liegen werde, so Pfister. Man werde die aktuellen Herausforderungen erfolgreich meistern, was die gute Geschäftsentwicklung der letzten Monate bereits bestätige.

Aktionäre sollen fünf Franken je Aktie in Form einer Nennwertrückzahlung erhalten, so die Mitteilung. Im Vorjahr hatten die Anteilseigner noch 17 Franken erhalten. Das Eigenkapital sank auf 6,6 von 7,24 Milliarden Franken. Swiss Life verfügt damit eigenen Angaben zufolge aber über eine solide Kapitalausstattung. Die Gruppe wird ihr vollständiges geprüftes Jahresergebnis am 24. März präsentieren.

MLP-Anteil unter zehn Prozent reduzieren

Laut Medienberichten wollen die Schweizer die Beteiligung am Finanzvertrieb MLP reduzieren. Swiss Life hatte die rund 24-prozentige Beteiligung im August für 470 Millionen Franken von AWD-Chef Carsten Maschmeyer gekauft. Swiss Life ist Mehrheitseigner des AWD. MLP wehrt sich jedoch gegen seinen unerwünschten Großaktionär (cash-online berichtete hier).

Die Beteiligung gilt neben der Unsicherheit über einen möglichen weiteren Abschreibungs- und Kapitalbedarf als ein Grund für den Absturz der Swiss-Life-Aktie, die seit Jahresbeginn 40 Prozent des Börsenwertes eingebüßt hat, nachdem der Kurs bereits 2008 um ein Viertel nachgab.

„Swiss Life wird seine Beteiligung an MLP unter zehn Prozent reduzieren und versuchen, ein neues Vertriebsabkommen abzuschließen“, zitiert das „Handelsblatt“ Unternehmenskreise. Laut „Financial Times Deutschland“ sagte eine Swiss-Life-Sprecherin: „Das Thema hat aber 2009 höchste Priorität, und wir wollen es in diesem Jahr abschließend lösen.“

Die Swiss-Life-Aktie legte am Donnerstag um 5,7 Prozent zu. MLP-Papiere brachen dagegen um rund sechs Prozent ein, „weil mit einem Ausstieg von Swiss Life für die Aktionäre die Übernahmefantasie weicht“, heißt es in den Berichten. (hi)

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