Anzeige
19. Juli 2010, 11:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge: ZEW-Modell soll Kosten transparent machen

Viele Verbraucher halten private Altersvorsorgeprodukte für intransparent. Die Vorschriften zum Kostenausweis verfehlen weitgehend ihr Ziel, eine Vergleichbarkeit der Produkte herzustellen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW will Abhilfe schaffen.

Kostentransparenz-kein-durchblick in Altersvorsorge: ZEW-Modell soll Kosten transparent machen

Wesentliche Ursachen für die Vorsorge-Verdrossenheit der Bundesbürger sehen die Forscher einerseits in komplexen Produkten und Kostenstrukturen, andererseits aber auch in zu vielen und unzureichend standardisierten Detailinformationen. Ein höheres Maß an Markttransparenz könne jedoch durch stärkere Informationsverdichtung und Standardisierung geschaffen werden, so das Ergebnis einer Studie, die das ZEW gemeinsam mit dem Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) und dem Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen erstellt hat.

Um private Riester- und Basisrentenprodukte verbraucherfreundlich zu gestalten, empfiehlt das Gutachten ein Drei- Ebenen-Modell für Produktinformationen. Dieses “Pyramidenmodell” biete den Vorteil einer grundlegenden Orientierung auf der ersten Ebene und einer weitergehenden Information für stärker interessierte Anleger auf den beiden tieferliegenden Ebenen, so das ZEW. Die wichtigsten Informationen zum Produkt, beispielsweise zu Produktart, Anbieter, Garantien und Risiken sowie Kosten und Förderbarkeit, sollen auf der ersten Ebene in möglichst knapper und leicht verständlicher Form dargestellt werden.

Die Forscher plädieren dafür, die Kosten für den Anleger in der Sparphase, anders als bisher, in einer einzigen Kennzahl, die die Minderung der Anlagerendite angibt, zusammenzufassen. In der Rentenbezugsphase sollen dann alle Kosten in einer Kostenquote, bezogen auf die Auszahlungen, angegeben werden.

Auf der zweiten Ebene des “Pyramidenmodells” ist geplant, weitere Informationen zur Eignung des Produkts für verschiedene Anlegergruppen, über die Struktur der Kapitalanlagen sowie die Anlagestrategie folgen zu lassen. Für die Produkteignung wird keine einfache Ampelkennzeichnung, sondern eine Differenzierung nach Altersgruppen und Risikoneigung vorgeschlagen.

Die dritte Ebene, so schlägt die Studie vor, sollte Informationen über die Entwicklung des Vermögens beziehungsweise der Renditen in standardisierter Darstellung enthalten. Dort könnten sowohl die bisherigen Angaben mit vorgegebenen Beispielrenditen und zugesicherten Renditen als auch die Ergebnisse von Simulationen, die sich langfristig voraussichtlich als neuer Standard am Markt etablieren, dargestellt werden.

Die Studie basiert, so das ZEW, auf einer umfassenden theoretischen und empirischen Analyse von Problemen im Markt für Altersvorsorgeprodukte und seinen Entwicklungsperspektiven, in die Anbieter und Verbraucher im Rahmen von Befragungen und Workshops einbezogen wurden. Zudem seien internationale Beispiele für Produktinformationen ausgewertet worden. (hb)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Brexit: “Standard Life trifft alle Vorkehrungen”

Der endgültige EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im März 2019 rückt immer näher. Dieses Ereignis wird auch für deutsche Kunden britischer Konzerne wie Standard Life schwere Auswirkungen haben. Unter anderem darüber hat Cash. mit Christian Nuschele, Leiter des Vertriebs von Standard Life Deutschland und Österreich geredet.

mehr ...

Immobilien

Nachhaltiges Wohnen: In Deutschland kein Thema?

Nur 12 Prozent der Deutschen glauben, dass vom Bewohnen ihres Hauses oder ihrer Wohnung eine signifikante Umweltbelastung ausgeht. Das ist der zweitniedrigste Wert einer repräsentativen ING-Umfrage in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

mehr ...

Investmentfonds

Robo Advisor bietet bAV-Lösung

Der Robo-Advisor-Angebot Fintego der European Bank for Financial Services GmbH (Ebase) steht nun auch für die Nutzung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zur Verfügung.

mehr ...
23.10.2018

Brüssels Dilemma

Berater

Verkaufen nach Farben: Die Biostruktur-Analyse

Im Verkauf ist häufig von “grünen”, “roten” und “blauen” Kunden die Rede. Mit dieser sogenannten Biostruktur-Analyse lassen sich potentielle Abnehmer in drei grobe Kategorien einteilen. Die Vorteile dieses Systems erklärt der Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training Oliver Kerner.

mehr ...

Sachwertanlagen

Agathon bringt Geier-Fonds für Biosgasanlagen

Die Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG hat den Vertrieb ihres geschlossenen Spezial-AIF „Biopower Fonds 1“ gestartet. Er soll in bestehende Biosgasanlagen investieren und will dabei auch von den bisherigen Misserfolgen der Branche profitieren.

mehr ...

Recht

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...