18. März 2010, 11:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GDV: Deutsche Versicherer haben in 2009 zugelegt

Die Beitragseinnahmen der deutschen Versicherer steigen wieder. Im letzten Jahr stiegen die Beitragseinnahmen der 468 Unternehmen im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 4,1 Prozent (2008: plus ein Prozent) auf 171,3 Milliarden Euro gestiegen. Das teilte der Verband am Donnerstag in Berlin mit. Für 2010 zeigte sich der GDV verhalten optimistisch.

Anstieg1-127x150 in GDV: Deutsche Versicherer haben in 2009 zugelegtWie auch in 2008 verbuchte die Lebensversicherung (LV) mit rund 85 Milliarden Euro (inklusive Pensionskassen und Pensionsfonds) an Beitragseinnahmen den Löwenanteil – ein Anstieg um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Lebensversicherer allein steigerten ihre Beiträge um immerhin 6.6 Prozent auf 81,4 Milliarden Euro. Um fast vier Prozent konnte die private Krankenversicherung (PKV) auf 31,5 Milliarden Euro zulegen. Die Einnahmen im Bereich Schaden und Unfall (SU) blieben mit knapp 55 Milliarden Euro relativ konstant.

“Vor dem Hintergrund der Finanzkrise bin ich mit der Stabilität unserer Geschäftsentwicklung mehr als zufrieden”, kommentiert GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen die Ergebnisse. Zugleich moniert er, dass die Versicherer in der aktuellen Diskussion um die regulatorischen Konsequenzen aus der Bankenkrise immer wieder mit Banken über einen Kamm geschoren werden.

“Wenn es um die Gestaltung der Finanzwelt ‘nach’ der Krise geht, kommen nahezu wöchentlich neue Vorschläge auf den Tisch. Darin geht es vor allem darum, Lehren für den Bankensektor sowie für die bislang überhaupt nicht regulierten Teilnehmer des Finanzsektors wie zum Beispiel Hedge Fonds zu ziehen, um künftige Krisen zu verhindern. Dabei werden wir als Branche – und das ist ärgerlich genug – undifferenziert, pauschal und unpassend mit Regelungsvorschlägen überzogen, für die wir keinen Anlass gegeben haben. Jüngstes Beispiel ist die Bankenabgabe. Deshalb noch einmal ganz deutlich: Versicherungen sind keine Banken. Wir haben ein völlig anderes Geschäftsmodell als Banken”, macht der Verbandspräsident deutlich.

Die wachsenden Beitragseinnahmen im Bereich LV (Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds) resultierten aus einem starken Anstieg der Einmalbeiträge im Neugeschäft, vor allem bei der Rentenversicherung gegen Einmalbetrag (plus 42,7 Prozent). Trotzdem schrumpfte die Anzahl der Neuverträge um 8,4 Prozent, die Versicherungssumme ging um 3,3 Prozent zurück. Insgesamt schlossen die Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds im Vorjahr 6,4 Millionen Verträge über eine versicherte Summe von 245 Milliarden Euro neu ab.

Die Sparte PKV konnte im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Prozent zulegen. Der GDV führt den Zuwachs auf die zum 1. Januar 2009 in Kraft getretene allgemeine Pflicht zur Versicherung und auf intensivierte Vertriebsanstrengungen zurück. Insgesamt betrug der Nettozuwachs 99.000 Krankenvollversicherte – eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Auch im Bereich der Zusatzversicherungen konnte ein Zuwachs von 3,5 Prozent gegenüber 2008 verzeichnet werden. Die Pflegeversicherung hat um 1,6 Prozent, die Pflegezusatzversicherung gar um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Nach Angaben des PKV-Verbands sind in Deutschland ingesamt 30 Millionen Menschen voll oder teils privat versichert. Laut dem Vorstandsvorsitzenden des Verbands, Reinhold Schulte, ist das Plus bei den Beitragseinnahmen von 3,8 Prozent im Branchenschnitt etwa zu gleichen Teilen Beitragswachstum und Prämienerhöhungen zuzuschreiben.

Die Entwicklung im Bereich SU habe sich leicht eingetrübt, heißt es in der Mitteilung. Verlierer war wiederum der Bereich Kraftfahrtversicherung, dessen Beitragseinnahmen mit minus 1,5 Prozent (2008: rund zwei Prozent)  bereits zum fünften Mal in Folge zurückgingen. Die Sachsparte konnte hingegen mit 2,2 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro leicht zulegen, obwohl beispielsweise Rechtsschutz und Haftpflicht stagnierende Einnahmen verzeichneten und  Transport- und Kreditversicherungen zwei Prozent verloren. Zum Ergebnis trugen vor allem die Wohngebäudeversicherer mit einem Beitragswachstum von fünf Prozent auf 4,7 Milliarden Euro bei. Sie steigerten ihre Beitragseinnahmen im Vorjahr um fünf Prozent auf insgesamt 4,7 Milliarden Euro.

Für 2010 erwarte der GDV für die Versicherungswirtschaft “stabile, wenn nicht sogar leicht wachsende Beitragseinnahmen”, so GDV-Präsident Hoenen. Für die Bereiche LV sowie SU werde ein stabiles Beitragsniveau prognostiziert, für die PKV ein leichtes Wachstum. Eine Trendwende sehe man in der Prämienentwicklung der Kraftfahrtversicherung. (ks/te)

Gesch Ftsergebnis-GDV1 in GDV: Deutsche Versicherer haben in 2009 zugelegt

Foto: Shutterstock; Grafik: GDV

Ihre Meinung



 

Versicherungen

PKV-Versicherungspflichtgrenze: Die Messlatte wird höher gelegt

Auch im kommenden Jahr wird die Hürde für den Wechsel in die private Krankenversicherung für Arbeitnehmer höher. Nach dem Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 aus dem Bundesarbeitsministerium soll die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung ab dem kommenden Jahr 64.350 Euro betragen – ein Plus von 1.800 Euro (2020: 62.550 Euro) oder fast drei Prozent. Das sorgt für Unmut beim PKV-Verband.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Nordamerika führend bei grünen Startups

Startups, deren Geschäftsmodell die Dekarbonisierung der Wirtschaft im Fokus haben, haben im Zeitraum von 2013 bis 2019 insgesamt 60 Milliarden US-Dollar von Investoren eingesammelt.

mehr ...

Berater

Finanzstark ins digitale Zeitalter

Home-Office, Online-Handel, E-Business – nur einige Begriffe, die für den fundamentalen Wandel in der Unternehmenslandschaft stehen. Ein Wandel, der zwar schon vor Corona begann, aber durch die Pandemie eine neue Dynamik erreicht hat. Gastbeitrag von Dirk Oliver Haller, DFT Deutsche Finetrading 

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...