Milliardengewinn: Allianz SE zurück in der Spur

Europas größter Versicherer, die Allianz Gruppe, hat 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben, nachdem die inzwischen verkaufte Finanztochter Dresdner Bank im Vorjahr noch für einen dicken Verlust gesorgt hatte. Wegen des „weiterhin volatilen Marktumfelds“ gibt es vom Top Management allerdings keine exakte Prognose für 2010.

Die Allianz Gruppe hat ihren Überschuss 2009 um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gesteigert. Beim Umsatz legte der Finanz- und Versicherungskonzern um fünf Prozent auf 97,4 Milliarden Euro zu. Beim Branchenführer zeigt man sich mit den vorläufigen Zahlen zwar zufrieden, dennoch habe „die Finanzkrise das Ergebnis ohne Zweifel beeinflusst“, erklärte Vorstandschef Michael Diekmann in München.

Sorgenkind Schaden- und Unfallversicherung

Vor allem das wichtigste Geschäftsfeld, die Schaden- und Unfallsparte, musste leiden: Das operative Ergebnis schrumpfte um 28 Prozent von 5,6 auf 4,1 Milliarden Euro und die Kosten-Schaden-Quote verschlechterte sich um zwei Prozentpunkte auf 97,4 Prozent.

Dagegen präsentierten sich die Sparten Leben und Kranken stark verbessert: Der Gewinn in diesem Geschäftsfeld verdoppelte sich auf 2,8 Milliarden Euro. Entscheidend dafür war das Anlageergebnis von 1,7 Milliarden Euro, so der Konzern. Die Prämieneinnahmen legten 2009 um elf Prozent zu und übertrafen die Marke von 50 Milliarden Euro.

Vermögensverwaltung erreicht neues Rekordniveau

Im Asset Management legte das Unternehmen ebenfalls stark zu, das operative Ergebnis kletterte um 51 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Die verwalteten Mittel erreichten den neuen Rekordstand von 1,2 Billionen Euro.

Das Bankgeschäft und die operativen Investments machten dagegen einen operativen Verlust von einer Milliarde Euro. Die Allianz hält zehn Prozent an der Commerzbank, an die sie 2008 die Dresdner Bank veräußert hat. Die Commerzbank ist tief in den roten Zahlen. Die Dividende soll gegenüber dem Vorjahr von 3,5 auf 4,1 Euro je Aktie angehoben werden. Das Eigenkapital stieg um 19 Prozent auf über 40 Milliarden Euro.

Verhaltener Ausblick für 2010, keine Punktprognose

Beim Ausblick für 2010 gibt sich Allianz-Chef Diekmann vorsichtig: „Hinsichtlich der Kennzahlen im Geschäftsjahr 2010 wollen wir wieder an das operative Ergebnisniveau von 2009 anschließen. Wegen des weiterhin volatilen Marktumfelds kann es aber keine Punktprognose geben.“

Allein die Veränderung der Schaden-Kosten-Quote um einen Prozentpunkt beeinflusse das operative Ergebnis um rund 400 Millionen Euro. Entsprechend aufmerksam werde das Management auch in diesem Jahr neben der Anlagepolitik die Schaden-Kosten-Quote im Fokus haben, so Diekmann weiter. (hb)

Foto: Shutterstock

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