25. Februar 2010, 10:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Milliardengewinn: Allianz SE zurück in der Spur

Europas größter Versicherer, die Allianz Gruppe, hat 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben, nachdem die inzwischen verkaufte Finanztochter Dresdner Bank im Vorjahr noch für einen dicken Verlust gesorgt hatte. Wegen des „weiterhin volatilen Marktumfelds“ gibt es vom Top Management allerdings keine exakte Prognose für 2010.

Die Allianz Gruppe hat ihren Überschuss 2009 um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gesteigert. Beim Umsatz legte der Finanz- und Versicherungskonzern um fünf Prozent auf 97,4 Milliarden Euro zu. Beim Branchenführer zeigt man sich mit den vorläufigen Zahlen zwar zufrieden, dennoch habe „die Finanzkrise das Ergebnis ohne Zweifel beeinflusst“, erklärte Vorstandschef Michael Diekmann in München.

Sorgenkind Schaden- und Unfallversicherung

Vor allem das wichtigste Geschäftsfeld, die Schaden- und Unfallsparte, musste leiden: Das operative Ergebnis schrumpfte um 28 Prozent von 5,6 auf 4,1 Milliarden Euro und die Kosten-Schaden-Quote verschlechterte sich um zwei Prozentpunkte auf 97,4 Prozent.

Dagegen präsentierten sich die Sparten Leben und Kranken stark verbessert: Der Gewinn in diesem Geschäftsfeld verdoppelte sich auf 2,8 Milliarden Euro. Entscheidend dafür war das Anlageergebnis von 1,7 Milliarden Euro, so der Konzern. Die Prämieneinnahmen legten 2009 um elf Prozent zu und übertrafen die Marke von 50 Milliarden Euro.

Vermögensverwaltung erreicht neues Rekordniveau

Im Asset Management legte das Unternehmen ebenfalls stark zu, das operative Ergebnis kletterte um 51 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Die verwalteten Mittel erreichten den neuen Rekordstand von 1,2 Billionen Euro.

Das Bankgeschäft und die operativen Investments machten dagegen einen operativen Verlust von einer Milliarde Euro. Die Allianz hält zehn Prozent an der Commerzbank, an die sie 2008 die Dresdner Bank veräußert hat. Die Commerzbank ist tief in den roten Zahlen. Die Dividende soll gegenüber dem Vorjahr von 3,5 auf 4,1 Euro je Aktie angehoben werden. Das Eigenkapital stieg um 19 Prozent auf über 40 Milliarden Euro.

Verhaltener Ausblick für 2010, keine Punktprognose

Beim Ausblick für 2010 gibt sich Allianz-Chef Diekmann vorsichtig: „Hinsichtlich der Kennzahlen im Geschäftsjahr 2010 wollen wir wieder an das operative Ergebnisniveau von 2009 anschließen. Wegen des weiterhin volatilen Marktumfelds kann es aber keine Punktprognose geben.“

Allein die Veränderung der Schaden-Kosten-Quote um einen Prozentpunkt beeinflusse das operative Ergebnis um rund 400 Millionen Euro. Entsprechend aufmerksam werde das Management auch in diesem Jahr neben der Anlagepolitik die Schaden-Kosten-Quote im Fokus haben, so Diekmann weiter. (hb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Wildunfall im Winter – Kfz-Versicherung zahlt nicht immer

Die Gefahr eines Zusammenstoßes mit einem Wildtier erhöht sich im Herbst aufgrund der frühen Dämmerung enorm. Allerdings werden die durch einen Wildunfall entstandenen Schäden nicht immer von der Kfz-Versicherung übernommen, weist die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. (GVI) hin.

mehr ...

Immobilien

Unsichtbaren Wohnraum nutzen

In deutschen Metropolen sind viele ältere Bestandswohnungen zu groß, denn die Bevölkerung wird vor allem in Großstädten immer mehr zur Single-Gesellschaft. Es werden daher mehr kleinere Apartments statt großzügig geschnittener Wohnungen benötigt. Doch anstatt die Flächeneffizienz im Bestand zu verbessern, wird sie aktiv verhindert. Schuld daran ist unter anderem die verstärkte Ausweisung von Milieuschutzgebieten.

mehr ...

Investmentfonds

Quirin Privatbank baut Drittvertrieb auf

Die Quirin Privatbank nutzt ab sofort auch den Drittvertrieb, um neue Kunden zu gewinnen. Bundesweit möchte das Institut Kooperationspartner wie unabhängige Makler und Finanzanlagenvermittler für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewinnen. Verantwortet wird der Drittvertrieb von Hartmut Herzog, CEFA.

mehr ...

Berater

Talentförderung ist Chefsache

Nachwuchskräfte, die derzeit ein Praktikum absolvieren, erwarten kommunikationsstarke Führungskräfte. In der Praxis erleben sie aber oft das Gegenteil. Das ist ein Ergebnis des „Future Talents Report“, für den die Unternehmensberatung CLEVIS Consult 7.664 Talente befragte, die ein Praktikum absolvierten oder als Werkstudenten arbeiteten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Steuerfalle Verkauf von Unternehmensanteilen

Bei der Veräußerung von Anteilen an einer Personengesellschaft können dafür fällige Steuern den Ertrag deutlich schmälern. Eigner von Geschäftsanteilen sollten einen Verkauf sorgfältig vorbereiten und zwei aktuelle BFH-Urteile kennen.

mehr ...

Recht

Wie Angehörige von Rückforderungen der Sozialhilfe für Pflegekosten befreit werden

Haben Pflegezusatzversicherungen als Vermögensschutzpolicen ausgedient? Eine Analyse von Dr. Johannes Fiala und Diplom-Mathematiker Peter A. Schramm.

mehr ...