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18. Oktober 2010, 13:05
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Moody’s sieht deutsche Versicherungswirtschaft solide aufgestellt

Nachdem Fitch Ratings seinen verbesserten Ausblick für die deutschen Lebensversicherer bekanntgegeben hat, stellen die Kollegen von Moody’s einen Marktbericht zur gesamten deutschen Versicherungswirtschaft vor. Trotz einiger Herausforderungen halten die Analysten die hiesige Assekuranz für vergleichsweise robust.

Solide-aufgestellt-127x150 in Moody’s sieht deutsche Versicherungswirtschaft solide aufgestelltDie deutsche Versicherungswirtschaft sei zwar im Zuge der Finanzkrise durch eine schwächere Kapitalausstattung und geringere Rentabilität negativ vom Konjunkturabschwung betroffen gewesen, heißt es in der Veröffentlichung („Industry Scorecard“) der Ratingagentur Moody’s.

Im Vergleich mit anderen deutschen Finanzinstituten und Versicherern in anderen Ländern erweise sie sich jedoch als relativ widerstandsfähig. Der Moody’s-Analyse zufolge ist die Stabilität der deutschen Versicherer in erster Linie auf den hohen Kapitalisierungsgrad vor der Krise sowie auf die generell konservativen Anlageportfolios und die umsichtigen Rückstellungspraktiken zurückzuführen.

„Eher negativ schlagen jedoch die Rahmenbedingungen im Lebens- wie auch im Nichtlebensversicherungsgeschäft zu Buche, die sich ungünstig auf die Rentabilität ausgewirkt haben. Hierfür sind maßgeblich die niedrigen Renditen bei Lebensversicherungsprodukten mit Kapitalschutz sowie der intensive Wettbewerb in der Kfz-Versicherung verantwortlich“, erklärt Paul Oates, Vice President – Senior Analyst bei Moody’s, zuständig für die deutsche Versicherungsbranche.

“Schwierigkeiten, hochwertige Vertriebsorganisation aufrechtzuerhalten

„Die deutschen Versicherer waren im ersten Halbjahr 2010 mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Naturkatastrophen konfrontiert. Zudem gibt es auf diesem eher reifen Markt nur eingeschränktes Wachstumspotenzial“, ergänzt Blake Foster, Associate Analyst bei Moody’s, ebenfalls zuständig für die deutsche Versicherungsbranche, und Koautor des Berichts. Eine weitere Belastung sehen die Analysten in den Schwierigkeiten, eine qualitativ hochwertige Vertriebsorganisation aufrechtzuerhalten.

Gemessen am Beitragsaufkommen ist der deutsche Versicherungsmarkt laut Moody’s der fünftgrößte der Welt sowie die Nummer sechs in der Lebensversicherung und die Nummer zwei im Nichtlebensversicherungssegment. Versicherungsprämien in Deutschland machten dem Bericht nach 2009  rund sieben Prozent des BIP aus, was unter dem EU-15-Durchschnitt von 8,3 Prozent liege und auf eine relativ lückenhafte Marktdurchdringung schließen lasse. Diese ließe sich allerdings durch das überdurchschnittlich hohe Maß an staatlicher Versorgung im Rahmen der Gesundheits- und Altersvorsorge in Deutschland erklären.

Die „Industry Scorecard“ bildet den ersten von insgesamt zwei Berichten, die Moody’s zur deutschen Versicherungswirtschaft veröffentlichen und durch den Ausblick für den deutschen Versicherungsmarkt ergänzen wird, der in den nächsten Wochen erscheinen soll. (hb)

Foto: Shutterstock

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