7. Januar 2010, 10:39
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Versicherungsratings: Hinweise vom Profi

Ein weiteres Urgestein auf dem deutschen Bewertermarkt ist Franke & Bornberg (F&B). Die Hannoveraner führen bei der Erstellung ihrer Ratings ausschließlich Eigenanalysen durch und verschicken keine Fragebogen an die einzelnen Unternehmen.

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Michael Franke, Franke & Bornberg

„Wir beschaffen uns die Versicherungsbedingungen selbst, anhand derer wir unsere Bewertung anschließend durchführen“, sagt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter der Franke & Bornberg GmbH. Das hat den Vorteil, dass nicht der Versicherer, sondern das Analysehaus selbst die Feststellung der Leistungen vornimmt.

Da die Analysten bereits seit 1994 am Markt sind, funktioniert die Zusammenarbeit mit den Assekuranzen gut. „Etwa 85 Prozent der beurteilten Versicherer schicken uns mittlerweile von sich aus die für uns notwendigen Informationen zu“, so Franke. Aktuell veröffentlicht F&B Ratings sowohl zu Berufsunfähigkeitspolicen als auch zu Produkten aus allen drei Schichten der Altersvorsorge. Dabei werden neben fondsgebundenen und klassischen Policen auch Hybridprodukte bewertet.

Ratings als Entscheidungshilfen

Ab Anfang 2010 wollen die Analysten auch Ratings aus den Bereichen Krankenversicherung und Komposit veröffentlichen. Die dafür notwendigen Daten werden von F&B bereits seit 2005 zusammengestellt und zu Analysen zusammengefasst. Eine weitere Neuerung: Ab kommendem Jahr nehmen F&B auch die Tarifleistungen genauer unter die Lupe. Die Bewertung berücksichtigt beispielsweise die Rückkaufswerte einzelner Policen zu jedem Vertragszeitpunkt. Das ist notwendig, denn: „In der Regel vergleichen Vermittler einzelne Policen anhand ihrer Ablaufleistungen. Das wissen viele Versicherer und kalkulieren ihre Produkte ablauforientiert“, so Franke.

Das heißt im Umkehrschluss: Über die Laufzeit fällt der Rückkaufswert bei Versicherern sehr unterschiedlich und teilweise sehr mickrig aus. „Bei einzelnen Versicherern kann es bei 35-jährigen Verträgen sechs Jahre dauern, bis der Rückkaufswert den eingezahlten Beiträgen entspricht, bei anderen bis zu 18 Jahren oder länger“, so Franke.

Auch Map-Report oder Stiftung Warentest helfen bei der Auswahl

Neben den vorgestellten Ratingagenturen tummeln sich diverse andere Anbieter von Analysen und Vergleichsportalen, die bei der Auswahl eines Produkts ebenfalls zu Rate gezogen werden können. Der Map-Report, herausgegeben von Branchen-Urgestein Manfred Poweleit, setzt sich seit Jahren mit der Versicherungswirtschaft auseinander – inklusive regelmäßigen Veröffentlichungen zu diversen Themen. Ein weiterer Marktteilnehmer: Die Stiftung Warentest mit dem Finanztest. Dieser Anbieter vergibt unter anderem Gütesiegel für Versicherungsprodukte. Daneben gibt es Anbieter von Vergleichsprogrammen, die Rankings von Produkten erstellen. Neben Morgen & Morgen tut das beispielsweise die Hamburger Gesellschaft Softfair.

Allen Anbietern ist gemein, dass sie keine Kaufempfehlungen geben, sondern lediglich Entscheidungshilfen darstellen, die Vermittler und Endverbraucher auf der Suche nach dem richtigen Produkt bei der richtigen Gesellschaft unterstützen sollen.

Fotos: Shutterstock; Morgen & Morgen; Franke & Bornberg; Fitch Ratings

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