14. September 2011, 16:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Deutsche fürchten sich vor Pflegebedürftigkeit

Die Deutschen haben große Angst, später einmal pflegebedürftig zu werden und sehen daher darin einen hohen Vorsorgebedarf. Doch zum Handeln sehen sich die wenigsten veranlasst, wie der Dortmunder Versicherer Continentale herausgefunden hat. Die Gründe.

Angst-127x150 in Studie: Deutsche fürchten sich vor PflegebedürftigkeitFür 82 Prozent der 1.297 im Rahmen der „Continental-Studie 2011“ befragten Personen ist die Vorstellung, einmal auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, mit Abstand die größte Sorge für die persönliche Zukunft.

Dementsprechend sehen 54 Prozent der Deutschen eine große oder sogar sehr große Notwendigkeit, sich für den Pflegefall abzusichern. 51 Prozent meinen, man solle diese Vorsorge möglichst bis zum Alter von 30 Jahren getroffen haben. Allerdings zeigt der Vergleich mit einer Studie der Continentale zum gleichen Thema aus dem Jahr 2007, dass die Bedeutung um zehn Prozentpunkte gesunken ist. Private Vorsorge wird, so die Studie, heute als weniger notwendig angesehen als noch vor vier Jahren.

Außerdem hat die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Deutschen es für notwendig hält, für den Pflegefall vorzusorgen, nichts mit der Realität zu tun: Nur zwei Prozent der Deutschen haben eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen.

Warum ist das so? Am Preis liegt es offensichtlich nicht, wie die Studie zeigt. 38 Prozent der Befragten wären bereit, mehr als 25 Euro für eine Pflegezusatzversicherung auszugeben, das reiche für einen „bedarfsgerechten Schutz in der Regel völlig aus“.

Die Studienmacher sehen das Problem eher darin, dass sich die Bundesbürger zwar „gut“ oder „sehr gut“ informiert fühlen. Gehe es jedoch darum, welche Policen sie sinnvoll gegen die finanziellen Folge von Pflegebedürftigkeit schützen können, würden Möglichkeiten genannt, die nicht wirklich geeignet seien oder auf begrenzten Mitteln basierten, die im Pflegefall nicht ausreichen oder schnell aufgebraucht wären.

So nennen 77 Prozent zwar die Pflegezusatzversicherung an erster Stelle, aber auch andere Vorsorgeformen wie die private Rentenversicherung (69 Prozent), Sparen (66 Prozent), die Unfallversicherung (64 Prozent) oder Immobilienbesitz (61 Prozent) werden in hohem Maße als geeignet betrachtet. Selbst die an letzter Stelle genannte Kapitallebensversicherung halten noch 52 Prozent der Deutschen für eine angemessene Absicherung.

Darüber hinaus glauben 58 Prozent der Befragten darauf, dass sie der Partner oder andere Angehörige pflegen werden. Das sei den Studienmachern zufolge angesichts der Scheidungsquote von 50 Prozent eine unangemessen optimistische Einschätzung. Weitere Gründe (siehe Grafik) gegen eine Absicherung sind „zu teuer“, „Versicherung zahlt im Ernstfall nicht“ oder „ich bin zu jung/zu alt für eine Pflegezusatzversicherung“. (ks)

Gruende-gegen-Pflegezusatz in Studie: Deutsche fürchten sich vor Pflegebedürftigkeit

Foto: Shutterstock; Grafik: Continentale

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...